Wild und melodisch sind seine Kompositionen wie die Landschaft der Färöer Inseln, wo Dánjal á Neystabø aufwuchs. Ähnlich wie die Wetterkapriolen auf den Inseln verwandelt sich seine Musik innerhalb von Sekunden von einem aufbrausenden Sturm in ein leises Flüstern. Doch nicht nur die Vogelfelsen seiner Heimat beeinflussen den jungen Künstler, musikalisch segelt er über die sieben Weltmeere und sammelt Klangschätze vieler Kulturen, die er intelligent und einfühlsam in seine mitreißenden Toncollagen integriert.
So präsentiert sich sein Debütalbum The Palace mit einer Mischung aus nordatlantischer Melancholie, Balkanrhythmen, russischem Rock und amerikanischem Jazz und gibt damit auch ein Zeugnis seiner musikalischen Reisen, die bereits im Kindesalter begannen.
Mit 15 Jahren schickte man Dánjal auf eine High School in Seattle. Hier entdeckte er, dass seine Besessenheit für Töne und Klänge ausgezeichnet zum Jazz passte, denn da durften die schrägen Töne frei fließen. Zurück auf den heimatlichen Vogelfelsen entwickelte er seine Erfahrungen in verschiedenen Jazz-, Rock- und Folkformationen weiter, bevor der nach dem Abitur als Jazzpianist in Göteborg und Malmö ausgebildet wurde. Während eines Austauschsemesters in Groningen hausierte er mit vier bulgarischen Roma in einem besetzten Haus, das nicht nur von den jungen Musikern, sondern auch von Heerscharen von Ratten besetzt war. Auch das war ein wichtiger Meilenstein in Dánjals musikalischer Entwicklung, denn das atemberaubende Spieltempo der Balkanmusik faszinierte ihn nachhaltig und Sequenzen davon finden sich in einigen seiner Kompositionen.
Im westafrikanischen Gambia ging er bei einem Jali in die Lehre, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Heldenlieder auf die Politiker des Landes zu singen. „Bisweilen war es ziemlich absurd wenn ich mit ihm unterwegs war“, berichtet Dánjal, „wenn mein Lehrmeister einen Politiker auf der Straße sah, stoppte er das Auto, sprang heraus und trug eine Reihe von Versen vor, die alle Tugenden des Politikers lobend besangen, bis er schließlich eine Handvoll Geld erhielt.“
Und das ist nur eine Seite von Dánjal, dem es auf dem neuen Album „The Palace“ gelingt, Lieder über Rum trinkende Seemänner, den Turmbau zu Babel oder die Gefühlsstürme seiner eigenen Welt zu vereinen. Mit vom Jazz inspirierter Melancholie und der unbändigen Kraft des Balkanrhythmus gelingt es ihm, seine Kompassnadeln auf ein und dieselbe Tanzfläche auszurichten.
Dánjal á Neystabø ist ein Vollblutkünstler: Musiker, Songschreiber, Schauspieler, Kinderbuchautor, Geschichtenerzähler und Entertainer. Nicht ohne Grund vergleicht die Presse ihn mit Tom Waits und Charlie Chaplin. Seine Musik ist eine ultimativ lebendige Mischung aus Folk, Cabaret, Blues, Tango, nimmt osteuropäische Einflüsse auf und stolpert von beschwingten Balkantakten in schleppenden Blues.
Seine Live-Auftritte mit seiner skurrilen Band aus klassischen und avantgardistischen Musikern und seiner erdigen musikalischen Mixtur aus Balkantakten, Blues und dem puren Leben wecken beim Publikum alle Lebensgeister und versprechen ein unvergessliches Hörerlebnis.
CATS N FRUITS –Worldmusic, Singer-Songwriter und alternativer Noise: einziges Ruhrgebiet Konzert!
Die Eine: Katy Sedna ist ein kultureller Mischling. Sie ist und bleibt, und das kann niemand ändern, ein Kind verschiedener Kulturen. Ihr Vater ist Tierarzt, mit einer Vorliebe für afrikanische Aufbauprojekte in kleinen Dörfern, was dazu führte, dass Katy mitsamt der ganzen Familie in Togo, Westafrika großgeworden ist. Und zwar in der Tat zwischen den Tieren und den Menschen, und absolut prägend, zwischen den Liedern der Einwohner. Am Berklee College of Music in Boston studierte sie schließlich Songwriting, Jazzimprovisation, Text, Gesang, Gitarre und Performance, um nach Ihrem Studium als Sängerin in Städten wie Lissabon, Edinburgh, Los Angeles, New York City oder Boston Erfolge (und vor allem) zu feiern.
Der Andere: Herr Weber bekam mit sieben Jahren eine Geige inklusive einer strengen Lehrerin und ein Schlagzeug mit sehr vielen Löchern, was dennoch dazu führte, dass er in Köln, allerdings erst sehr viel später, Musik studierte. Dann reiste er mit verschiedenen Ensembles und Projekten (u.a. „Die Kulturtechniker“) durch Bulgarien, Tschechien und Portugal, bevor er an einem Sommerabend an einem Weiher zu Frau Sedna stieß - einfach so!
Beide zusammen: Seit dem Treffen am Weiher werden Togoische Lieder, portugiesische Fados, indische Ragas und französische Kinderlieder gemeinsam entdeckt, gesammelt, durchgeschüttelt und neu arrangiert. Herausgebildet hat sich somit ein Genre zwischen Worldmusic, Singer- Songwriter und alternativem Noise, ein bisschen, als hätten Radiohead, Lhasa de Sela und Andrew Bird einen Workshop bei Pascal Comelade gemacht, um dann gemeinsam am Weiher zu jammen.
Am 9. Mai um 20:00 Uhr im Steinbruch Duisburg!
Weitere Infos unter:
www.steinbruch-duisburg.de und im DuisburgFans - Kalender!



