Was kann eine Post Rock Band noch sagen? Kann eine instrumentale Band überhaupt etwas (aus)sagen? This Will Destroy You entgegnen diesen Fragen mit einem zweiten Langspieler und beweisen, dass vielleicht gerade das, was nicht gesagt wird, am längsten währt. Die neuen Songs sind gespickt, aufgeladen und gepfeffert mit Snippets und Dialogen, die sich von Fesseln wie Sprache, Vokalen und Zungenartikulation lösen – Kommunikation ohne Grenzen, humanitäre Hilfe im social network überladenen Nichtigkeitsgeplänkel. So ausdrucksstark und emotional muss man erst mal sein, wenn man den Mund hält.
This Will Destroy sind eine dieser Post Rock Bands, die man neben den anderen Größen Caspian, Mogwai, Explosions In The Sky und Pelican seit 2008 auf dem Radar haben sollte – obwohl das ewige Eintüten und in Schubladen Verstauen im Schutz der Szenepolizei eigentlich längst überwunden sein sollte, wenn es nach der Nase der Südstaatler ginge. So oder so: mit „Tunnel Blanket“ veröffentlichen sie ein Zweitlingswerk, das dem herzlich aufgenommenen, epischen Debut in nichts nachsteht. Im Gegenteil: die Texaner haben sich eingenistet in dem, was von Anfang ihnen gehörte – eine Soundwelt, in denen man die Enge der Szeneregeln doppelt und dreifach brechen kann. Weit gefasste Klanglandschaften verwandeln das, was beim Debut wahlweise noch nach Sonnen- oder Weltuntergang klang, in filigranere, elegantere, aber auch dunklere Sounds… Nachthimmel, huschende Schatten, Kälte und Zerbrechlichkeit. Das ist kein Album voller dick aufgetragener Hooks und eingängiger Melodien. Es ist ein sich wandelndes, ja fast bewegliches Werk. Fragt sich, was man mit dem Album macht oder besser: was das Album mit dem Hörer macht. Tunnel Blanket“ ist ein Grower… einer der guten Sorte. Einer, den man sich nicht schön hören muss.
Aufgenommen hat die Band ihren „Doomgaze“, wie sie den Sound ankündigte, mit John Congleton (Black Mountain, Bill Callahan, Modest Mouse). Auf fast genau eine Stunde kommen acht Tracks mit diesen spinnenartigen Melodien, die sich ihren Weg wie Weinranken im Zeitraffer in deinen Gehörgang bahnen. Wie auf Platte schieben sich die Klangwellen und –welten auch auf der Bühne im mal ruhigen, mal stürmischen Rhythmus wie Ebbe und Flut aus den Verstärkern. Alles verwebt und fügt sich und ist dabei doch flüchtig. Fernab von klassischen Rockmotiven wird die Band aus San Marcos zu einem kreativen Kommunikationsmedium. Muster. Phrasen. Konventionsfreiheit. Bereicherung. Wortlos.
Am 24. Juni 2011 um 20:00 Uhr im Steinbruch!
Weitere Infos unter:
www.steinbruch-duisburg.de & im DuisburgFans - Kalender!



