Am morgen, 01. Februar 2010 werden bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) die Chipkarten Tickets vollelektronisch überprüft.
Für die Chipkarten der Abo-Tickets - Inhaber und für die Inhaber von Studierendenausweisen als Semester-Ticket der Universität Duisburg-Essen gilt es weiterhin vorne in den Bussen einzusteigen, aber sie zeigen ihre Tickets nicht mehr dem Busfahrer vor, sondern halten sie statt dessen vor ein elektronisches Prüfgerät links am Einstieg der Busse. Das Gerät stellt in kürzester Zeit die Gültigkeit des Tickets fest. Alle anderen Fahrscheine, wie zum Beispiel Einzel-Tickets, 4erTickets, Tages-Tickets sowie Monatsfahrscheine, müssen beim Einsteigen weiterhin dem Busfahrer vorgezeigt werden.
Elektronische Prüfung von Abo- und Semester-Tickets – Eindämmung missbräuchlichen Einsatzes
Der Leiter des Kundenmanagement der DVG José Luis Castrillo dazu: „Mit dem neuen System wollen wir den missbräuchlichen Einsatz der Chipkarten eindämmen und damit mehr Gerechtigkeit gegenüber Fahrgästen schaffen, die für ihre gültige Fahrkarte bezahlen“. Chipkarten werden im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) an Abonnenten von Jahresfahrkarten wie zum Beispiel dem Ticket1000 oder Ticket2000 sowie mit dem SchokoTicket an Schüler ausgegeben. Rund 70 Prozent und damit circa 52.000 DVG-Kunden besitzen ein solches Fahrkartenabo. Im gesamten VRR sind es rund 1,25 Millionen Fahrgäste. Darüber hinaus können Studierende der Universität Duisburg-Essen mit ihrem Chipkarten-Ausweis als Semester-Ticket Busse und Bahnen in Duisburg nutzen. Bislang hatten die Busfahrer nur die Möglichkeit zu kontrollieren, ob ein Fahrgast eine Chipkarte besitzt. Die Karten müssen beim Einsteigen in den Bus vorgezeigt werden. Der Fahrer kann allerdings nicht ohne Weiteres überprüfen, ob das Abonnement noch gültig oder bereits gekündigt ist beziehungsweise ob das Ticket zur Fahrt im jeweiligen Tarifgebiet berechtigt. Diese Informationen sind nur auf dem Chip der Karte enthalten. Mit der verbesserten Ticketkontrolle kommt die DVG dem berechtigten Anspruch aller ehrlichen Kunden nach, Fahrkarten so genau wie möglich zu kontrollieren. Denn leider nutzen einige Personen immer wieder gesperrte und damit ungültige Chipkarten, um unberechtigt mit Bus und Bahn zu fahren. Chipkarten werden gesperrt, wenn der Besitzer sie als gestohlen oder verloren meldet beziehungsweise wenn sie nach Kündigung des Abonnements nicht zurückgegeben werden. Allein unter den Abo-Tickets, die von der DVG ausgestellt wurden, sind rund 80.000 gesperrte Chipkarten im Umlauf. Die im Bus installierten Lesegeräte prüfen innerhalb von einer Sekunde, ob eine Chipkarte gültig ist oder nicht. Der Fahrgast wird über ein Display am Prüfgerät informiert. Ist das Ticket gültig, kann der Fahrgast weiter in den Bus durchgehen. Bei einem ungültigen Ticket erhält der Fahrer eine Information über ein Anzeigegerät. Der Fahrgast erhält ebenfalls einen Hinweis auf dem Display des Prüfgeräts und muss sich beim Fahrer melden. Ist das Ticket lediglich zeitlich ungültig oder nicht für den Tarifraum Duisburg ausgestellt, muss der Fahrgast ein Einzel-Ticket kaufen, um die Fahrt fortsetzen zu können. Tickets, die gesperrt sind, werden vom Fahrer einbehalten. Der Fahrgast wird gebeten, sich in einem DVG-Kundencenter zu melden.
Schwarzfahren wird eingeschränkt
Die DVG gehört zu den ersten Verkehrsunternehmen im VRR, die die elektronische Ticketkontrolle einführen. Aus diesem Grund wurde das System im vergangenen Jahr ausgiebig getestet. „Die Testphase auf einzelnen Linien hat gezeigt, dass sich der Einsatz des neuen Kontrollsystems schnell herumspricht“, berichtet Castrillo. „Personen, die unerlaubt mit gesperrten Chipkarten-Tickets den ÖPNV in Duisburg nutzen, steigen dann meist gar nicht mehr in unsere Busse ein. So schränken wir Schwarzfahren gezielt ein.“ Die Tests haben auch gezeigt, dass die elektronische Einstiegskontrolle nur unwesentlich zu Verzögerungen beim Einsteigen der Fahrgäste und damit bei der Abfahrt der Busse führt, und dies auch nur in den ersten Tagen nach der Einführung. Mittelfristig sollen im gesamten VRR elektronische Ticketkontrollen für Chipkarten in Bussen eingeführt werden.
Hintergrund:
Chipkarten-Tickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
Der VRR hat im Januar 2003 Chipkarten-Tickets für Fahrkartenabonnenten eingeführt. Diese werden von allen Verkehrsunternehmen im Verbundbereich ausgegeben, darunter auch von der DVG. Die Kunststoffkarten enthalten einen sogenannten RFID-Chip. RFID steht für Radio Frequency Identification und ist ein Verfahren zur automatischen kontaktlosen Identifizierung von Gegenständen. Auf dem Chip der VRR-Tickets sind sogenannte Fahrtberechtigungen gespeichert. Diese enthalten ausschließlich Angaben zur zeitlichen und räumlichen Gültigkeit des Fahrausweises sowie Name und Geburtsdatum des Besitzers.
Persönliche Daten werden nicht gespeichert
Die Chipkarten, die im VRR zum Einsatz kommen, entsprechen der Norm ISO 14443 und sind damit nur für den kontaktlosen Datenaustausch im Nahbereich von weniger als zehn Zentimetern geeignet. Die auf dem Chip vorhandenen Daten können daher nur ausgelesen werden, indem das Ticket unmittelbar vor ein Lesegerät gehalten wird. Fahrkartenkontrolleure setzen solche Geräte bereits seit mehreren Jahren bei Kontrollen in Zügen, U- und Straßenbahnen ein. Dabei wird lediglich die Gültigkeit der Tickets überprüft, es werden keine persönlichen Daten gespeichert. Die nun von der DVG in den Bussen eingesetzte Technik arbeitet nach dem gleichen Prinzip.



