Alte Güterbahnhöfe scheinen es dem Inhaber von bereits 16 Möbelhäusern bundesweit und damit nach Ikea zweitgrößtem Möbelverkäufer Deutschlands, Kurt Krieger angetan zu haben. Denn nach dem Kauf des Geländes des alten Güterbahnhofs in Berlin Pankow, um dort ein riesiges Einkaufszentrum mit Möbelhaus zu bauen (was dann sein 4. in Berlin wäre und ein Investitionsvolumen von etwa 250 Millionen Euro verschlingen soll) hat ihm, dem 62jährigen Berliner der Immobilienverwalter der Deutschen Bahn AG, die Firma Aurelis 30ha des alten Duisburger Güterbahnhofs verkauft, um dort ebenfalls ein Möbelhaus entstehen zu lassen.
Duisburger Ratsdelegation überrascht
Dies geschah ein wenig überraschend in einer Art Nacht- und Nebelaktion, so dass selbst eine Duisburger Ratsdelegation unter Leitung von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland bass erstaunt war, bei einem Besuch der Krieger-Gruppe in München davon zu erfahren und damit das eigene Projekt der so genannten Duisburger Freiheit in weite Ferne rücken zu sehen. Dieses Konzept, eingefügt in den Masterplan von Sir Norman Foster sah für das Gelände überwiegend eine Mischbebauung aus Wohnraum und Büroraum vor.
Büroflächen gegenwärtig nicht vermietbar - für´s Wohnen zu laut?
Von diesen Planungen hält Krieger wenig, denn , so erläuterte er gestern in einer Bürgerfragestunde im Restaurant an der Regattabahn Duisburg, Büroflächen seien gegenwärtig in Zeiten der wirtschaftlichen Krise nicht zu vermarkten und eine Wohnbebauung hält er aufgrund der von ihm ausgemachten Lärmbelästigung für eher unsinnig.
Möbelhaus "verpackt" in einen Park
„Verpackt“ werden soll das geplante Möbelhaus der Krieger Unternehmungen in eine Art Parklandschaft, die Krieger als kommende „grüne Lunge“ der Stadt bezeichnet und dort eine Art Erholungs- und Entspannungsgebiet für den Bürger schaffen will. Zweifel wurden allerdings bei diesen Überlegungen laut, denn manche Teilnehmer der Runde bezweifeln, ob ein Park so ganz ohne Wohn- und Büroumfeld auch als solcher wahrgenommen und genutzt werden würde.
Krieger wil 400 neue Arbeitsplätze schaffen
Krieger möchte in Duisburg durch die Ansiedlung seines Unternehmens ca. 400 neue Arbeitsplätze schaffen, vollwertige, wie er ausdrücklich betont und kann die Kritik, die ihm in Duisburg entgegenschlägt nicht so ganz verstehen. Jedoch und das kündigt er unmissverständlich an, habe er einen langen Atem für die Realisierung seiner Pläne und führt ein Beispiel aus Hamburg an, wo er nunmehr mit insgesamt 5 unterschiedlichen Senaten bereits seit 17 Jahren um die erforderlichen Genehmigungen ringt.
Erinnerungen an Multi Casa werden wach
Ein solcher zeitlicher Verlauf wäre natürlich für die weitere Duisburger Stadtentwicklung ein riesiges Hindernis und lässt schlimmste Befürchtungen an die ewigen Planungszeiten von Multi Casa wach werden, die im Endeffekt niemals zu Ende geführt wurden.
Loveparade auf dem Krieger Gelände
Das Einzige was zur Zeit sicher ist, auf dem von Krieger erworbenen Gelände findet am 24.07.2010 in Duisburg die Loveparade statt und es steht zu hoffen, dass das nicht das für lange Zeit einzige Geschehnis auf dem riesigen Areal sein wird.
Kurt Krieger im Gespräch
Nach er Bürgerstunde hatte ich Gelegenheit zu einem Gespräch mit Kurt Krieger, in dem er seine Planungen ausführlich erläutert. Auch André Wartmann ein junger Duisburger Kreativer kommt mit seiner Meinung zu den Planungen zu Wort und das geschah im Anschluss an die Runde an der Regattabahn unmittelbar auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs. Dank an Wilfried Kruessmann für die Kameraführung und den Videoschnitt!



