Gewinner des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs zeigen Branchenvielfalt auf
Duisburg. Was haben Energieeffizienz, alte Autos, Bienenhonig und Zähne gemein? Auf den ersten Blick rein gar nichts, auf den zweiten aber schon: Denn darum ranken sich die Businesspläne, die von einer Jury, bestehend aus Vertretern der Wirtschaft und Institutionen, im Rahmen des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs als beste bewertet wurden.
Mit der heutigen Verleihung des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs geht auch die Abschlussfeier des so genannten "small business management" (sbm)-Projektes der Universität Duisburg-Essen (UDE) einher.
Wie alles begann...
Dies ist der krönende Abschluss eines Prozesses, der Ende 2009 seinen Lauf nahm: Rund 200 Besucher informierten sich seinerzeit bei der Auftaktveranstaltung der Gründungsinitiative Innovation Duisburg (GRIID) über den neuen Existenzgründerpreis, den vorgeschalteten Ideenwettbewerb sowie über das Aus- und Fortbildungsprogramm "small business management" (sbm) der UDE. Im Februar wurden die 30 besten Ideengeber ausgewählt, für die damit der Weg zur begehrten sbm-Teilnahme frei wurde.
Gute Ideen von A bis Z
Das Spektrum der eingereichten Ideen war unglaublich groß und reichte im wahrsten Sinne des Wortes von A wie Automobil bis Z wie Zähne. Technologieorientiertes war ebenso dabei vertreten wie Handwerkliches. Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (GFW Duisburg) und GRIID-Initialpartner gehört zu den Jury-Mitgliedern, die aus den neun in die engere Auswahl gekommenen Businessplänen die besten auswählte. "Es war spannend, so viel Innovationsgeist zu spüren - solch´ mutige und gut vorbereitete Gründer braucht die Gesellschaft", erklärt der GFW-Chef.
Auch die Sparkasse Duisburg gehört zu den GRIID-Initialpartnern "der ersten Stunde" und wirkt daher ebenfalls bei der heutigen Preisverleihung mit. In dem von ihm gehaltenen Grußwort betont Dr. Joachim Bonn, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg: "Unsere Erfahrungen mit Existenzgründern aus dem sbm-Programm sind durchweg positiv. Wir freuen uns auf die Gespräche mit diesen innovativen Unternehmen und auf eine gemeinsame, erfolgreiche Zusammenarbeit. Die viel zitierte Kreditklemme hat es bei der Sparkasse Duisburg nie gegeben. Kreditmittel stehen bei uns ausreichend zur Verfügung."
Carsten Soltau, GRIID-Initialpartner und Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Ruhr eG, gratuliert allen Absolventen zu ihrem Mut zur Existenzgründung, zu ihren kreativen Ideen und zu ihrer hohen Motivation: "Ich kann Ihnen versichern, dass sich Ihr Einsatz gelohnt hat - dies bestätigen die positiven Erfahrungen, die wir als Bank bisher mit Absolventen des sbm-Lehrganges gemacht haben."
Die Gewinner des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs 2010
Der erste, mit 5.000 Euro dotierte Platz des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs 2010 geht an Gregor Hiesgen, Kenny Saul und Martin Spitz. Die drei pfiffigen Ingenieure der UDE waren bereits als Sieger aus dem Ideenwettbewerb hervorgegangen, hatten sie ihre Geschäftsidee doch besonders kreativ und exzellent strukturiert "zu Papier" gebracht beziehungsweise auf einer GRIID-Serviette "verortet". Jetzt, am Ende des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs, gelang ihnen der zweite "Wurf", in dem sie mit ihrem Geschäftsplan acht andere "übertrumpften".
Idee und Businessplan der Erstplatzierten
Energie-Effizienz in produzierenden Unternehmen zu steigern, indem anfallende Abwärme innovativ genutzt wird, ist die Idee von Hiesgen, Saul und Spitz. Die drei Diplom-Ingenieure haben Maschinen- und Anlagenbau an der UDE studiert und arbeiten dort aktuell als wissenschaftliche Mitarbeiter - Saul und Spitz am Lehrstuhl für Konstruktion und Kunststoffmaschinen und Hiesgen am Lehrstuhl für Mechatronik.
Die jungen Akademiker beabsichtigen, in Duisburg eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) namens "SHS Energieeffizienz" zu gründen. Mittels eines von ihnen neu entwickelten Verfahrens, soll die Kunststoffindustrie durch das technologieorientierte Unternehmen in die Lage versetzt werden, den bei der Produktion anfallenden Energieverbrauch zu senken. Auf diese Weise könnten Kosten reduziert und die Umwelt geschont werden. Professor Dr. Volker Breithecker, Fakultät für Betriebswirtschaftslehre - Mercator School of Management und sbm-Projektleiter sowie Jury-Mitglied, zeigte sich begeistert von der Idee und der Art und Weise, wie das Trio die Idee in einen Businessplan gekleidet hat: "Die Drei haben den Geschäftsplan inhaltlich und vom Layout her exzellent ausgearbeitet, so dass sie zu Recht das Rennen gemacht haben und heute von Bürgermeister Benno Lensdorf mit dem GRIID-Existenzgründerpreis 2010 ausgezeichnet werden."
Die Zweitplatzierte
Nina Kloster belegt den mit 3.000 Euro dotierten Platz 2 des GRIID-Businessplanwettbewerbs. Bei innovativen Projekten, wie dem der künftigen Doktorandin, ist es manchmal erforderlich, nicht zu viel im Voraus preiszugeben. So viel sei aber verraten: Der Innovationscharakter der Geschäftsidee aus dem Dentalbereich, das Marktsegment und der zu erwartende Geschäftserfolg haben die Jury überzeugt.
Fünf kluge Köpfe teilen sich den dritten Platz
Da ihre Businesspläne qualitativ absolut gleichwertig waren, dürfen sich über den dritten Platz und damit jeweils 500 Euro gleich zwei Teams freuen: Katharina und Klaus Krüger von "Carisma" sowie Pouyan Parvahan und die Brüder Benjamin und Rafael Urbanke mit "meinBienenhonig.de".
Die Gründerin Katharina Krüger beabsichtigt im Rahmen einer Spin-Off-Gründung aus dem von ihrem Vater Klaus Krüger bereits seit 36 Jahren be-stehenden Unternehmen im Bereich der Autoverwertung und -reparatur, den Teil der Reparaturen auszulagern und eine Anlaufstelle für Young- und Oldtimerliebhaber mit Rundumservice zu gründen. Katharina Krüger will dabei die Geschäftsführung und Marketingleitung des Unternehmens "Carisma" übernehmen, sobald sie ihr Studium mit dem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre (Schwerpunkt Management und Marketing) Ende dieses Jahres abgeschlossen hat. Bereits jetzt arbeitet sie im elterlichen Betrieb und wickelt schon heute den gesamten Internetvertrieb ab.
Last, but not least, konnte sich das Gründerteam um "meinBienenhonig.de" gegenüber den Mitbewerbern durchsetzen. Einen Online-Marktplatz für Naturprodukte aus Deutschland wollen Parvahan und die Brüder Urbanke von Duisburg aus anbieten. Damit soll der Verkauf deutscher Natur-Erzeugnisse gefördert werden. Der Clou der im Businessplan beschriebenen Geschäftsidee ist die eintretende Win-Win-Situation zwischen Verbrauchern und Erzeugern: Einerseits können die Verbraucher mit Hilfe des Online-Marktplatzes Preise und Qualität der einzelnen Erzeuger vergleichen und die Erzeuger andererseits eine zentrale Plattform als zusätzlichen Absatzkanal nutzen.
Ausblick
Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb - und so geht der GRIID-Existenzgründerwettbewerb nach erfolgreichem Abschluss in die zweite Runde. Am 26. November 2010 geht´s los mit der Auftaktveranstaltung für die Lehrgänge des Jahres 2011.



