Der folgende Text stammt von Sebastian Hartmann aus Düsseldorf, mit dessen freundlicher Genehmigung wir ihn hier veröffentlichen!
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Jeder, der in den vergangenen zwei Wochen das TV oder das Internet anschaltete, wurde mit einem Thema konfrontiert: Der Loveparade-Tragödie in Duisburg. Es ist so unvorstellbar schlimm, was dort passiert ist - in erster Linie für die Menschen, die mittendrin im Unglück waren, aber auch für diejenigen, die zum Familien- und Freundeskreis der Opfer gehören. Unfassbar war es für die Aussenstehenden, auf diejenigen, die der medialen Flut ausgesetzt waren wie zu den Zeiten des "11. Septembers" oder dem "Tod Michael Jacksons".
Doch ich möchte diesen Blogpost nicht nutzen um die viel diskutierten Themen (, die immer noch offen sind) anzusprechen, sondern eine andere Perspektive. Die Aussage von mehreren interviewten Duisburgern nach dem Unglück, dass "sie sich nun für ihre Stadt schämten" ließ in meinem Kopf die Frage aufkommen: "Warum!?". Man kann doch nicht ausschließlich diesen Vorfall zum Prägesiegel einer ganzen Stadt sich verselbstständigen lassen. Sowas darf nicht sein!
Daraufhin (und auch auf bereits gestartete "pro-Duisburg"-Inititativen hin, die ich zukünftig gerne unterstütze!) überlegte ich, was ich eigentlich als kulturproduzierende und -konsumierende Person mit Duisburg in Verbindung bringe. UND: Das waren ausschließlich positive, eindrucksvolle und sehenswerte Erfahrungen und Momente.
Also - hier einmal 7 Gründe, Duisburg in einem anderen (kultur- und erlebnisorientierten Pro-Duisburg) und nicht ausschließlich Loveparade-Tragödien-Licht zu sehen:
1. Hundertmeister: Die Kulturzentrale, welche bereits eine lange Tradition in der Kulturszene des Ruhrgebiets aufweisen kann und durchweg ein alternatives und qualitatives Programm bietet. Hier sah ich zum ersten mal z.B. die Band "Jennifer Rostock" und den Comedian Jan Böhmermann ("Lukas Tagesbuch"). Ein Veranstaltungsort, den ich bestens empfehlen kann.
2. Landschaftspark Duisburg-Nord: Ein Industriegelände, welches seines gleichen sucht. Alte Hochofenanlagen, brachliegende und neugestaltete Industriedenkmäler plästern das riesige Gelände, welches ich bereits in der Schulzeit mit meiner Klasse per Fahrrad erkundete. Den Landschaftspark brilliert besonders während der "ExtraSchicht" durch außergewönliche Lichtspiele.
3. Innenhafen: Ein Bereich in Duisburg, der gleich mit mehreren Attraktionen aufwartet. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Das Museum Küppersmühle ist ein Highlight für jeden Freund von moderner Kunst. Das Lego Discovery Center begeistert nicht nur Jung, sondern auch Alt mit seiner belebten, innteraktiven Ausstellung und großartigem Shop. Beides suche ich immer wieder gerne auf.
4. Rhein-Herne-Kanal: Der künstliche Wasserweg lädt nicht nur zum Bötchen fahren ein, sondern ist seit Ruhr2010 auch Ort der Kunst selbst. "Kunst am Kanal" heißt das Projekt, bei dem riesige Plakatkunstwände das Bild des Ruhrgebiets an der Wasserstraße repräsentieren. Viele Möglichkeiten zum Grillen und Angeln finden sich entlang des Streckenverlaufs.
5. Duisburger Zoo: Als Fan von spannenden Zoos mit außergewöhnlichen Tieren kann ich den Duisbruger Zoo nur empfehlen. Es ist wohl der einzige Tierpark, der über eine Autobahnbrücke führt und von dort aus auch erkennbar ist. Viele ausgefallene Tierarten erwarten die Besucher, die über mehrere Stunden vom weißen Beluga-Wal bis hin zur Affeninsel schlendern können.
6. stARTconference: Duisburg hat sich mit der großen Konferenz zum Thema "Web2.0" im vergangenen Jahr endgültig als eines der internet-fortschrittlichsten Städte der Region herausgestellt. Neben der stART existieren erfolgreiche Web2.0-Projekte wie die Präsendezen von Duisburg.de, du360, Duisburger Akzente, Philharmonie2.0, Traumzeit-Festival und vielen vielen mehr. Auch dieses Jahr findet die stART10 in vergrößerter Form Platz in der Mercatorhalle und führt somit die Erfolgsgeschichte fort.
7. persönliche Eindrücke: Die vorangehende Liste könnte ich mit vielen kleineren Aspekten noch weiterführen. Was wäre Duisburg ohne Schimanski, welchen ich bereits als Kind im TV verfolgte. Neben den genannten Kulturorten ist die Stadt gespikt von vielen Kunstwerken im öffentlichen Raum - feststehend und temporär. Gemütliche Lokale und Café wie das "Babasu" laden zum Verweilen ein.
Mein Fazit: Duisburg, der "Hafen der Kulturhauptstadt" ist immer einen Besuch wert. Duisburger, seid stolz auf eure Stadt!




Sebastian Hartmann
09.08.2010 09:29@cfisch: Das wusste ich gar nicht mit dem Beluga. War da vor 7 Jahren oder so das letzte Mal. Aber Koalas sind doch mal eine erneute Anreise wert :-)
Sebastian Hartmann
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06.08.2010 14:57Ich kann die Aussagen zu den Anziehungspunkten unserer Stadt nur unterstützen. Duisburg hat etwas zu bieten.
Eine Korrektur im Bezug auf den Zoo sollte jedoch gemacht werden. Als Besonderheiten kann man dort die Koalas oder Delfine erwähnen. Den Belugawal gibt es aber dort schon seit einigen Jahren nicht mehr.
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