...und weiter geht es mit Berichten rund um die stARTconference, die am 09.+10.09.2010 in der Mercatorhalle Duisburg stattfindet (nicht zu vergessen, die stARTmuseum am 08.09.2010 ebenda). Heute geht es um Crowdfunding, den stART Partner amiando und um den Sprecher Carsten Winter...
Beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 25. August geht es um das Thema Crowdfunding
Am Mittwoch, den 25. August findet von 9 bis 10 Uhr der nächste Treffpunkt KulturManagement statt. Zu Gast ist diesmal Denis Bartelt, neben Tino Kreßner Gründer und CEO von Startnext, einer Crowdfunding-Plattform, die im nächsten Monat an den Start gehen wird.
Die Idee, die Finanzierung eines Vorhabens nicht von einem einzigen Geldgeber abhängig zu machen ist nicht neu. Mit Hilfe von Crowdfunding-Ansätzen lassen sich Filme, Musikproduktionen oder auch journalistische Beiträge finanzieren. Die Grundidee: viele kleine Beiträge sind leichter zu bekommen als ein einzelner großer. Die Anreize sind dabei ganz unterschiedlich. Manchmal ist man als „Investor“ einfach nur dabei, manchmal partizipiert man an den in Aussicht gestellten finanziellen Erfolgen.
Während Crowdfunding-Ansätze im angelsächsischen Raum weit verbreitet sind, hinken wir in dieser Hinsicht noch etwas hinterher. Der Grund ist schnell gefunden, zumindest im Kunst- und Kulturbereich. Die Finanzierung von Kunst und Kultur ist bei uns Aufgabe der öffentlichen Hand. Nur reichen diese Mittel immer seltener.
Nun kann man natürlich darüber diskutieren, ob sich nicht der Staat um dieses Problem kümmern sollte und man durch solche alternativen Finanzierungskonzepte den öffentlichen Stellen den Ausstieg aus der Kulturförderung erleichtert? Auf der anderen Seite hilft mir eine solche Diskussion recht wenig, wenn ich gerade jetzt eine Projektidee habe und mir das Geld fehlt, das Vorhaben zu realisieren. Oder ich habe eine Idee, die den Förderkriterien nicht entspricht.
Wer ein Projekt auf diese Weise finanzieren wollte, musste sich bis jetzt auf die Plattformen konzentrieren, die im angelsächsischen Raum entstanden sind, zum Beispiel Kickstarter oder RocketHub. Das Prinzip dort ist relativ einfach: ein Projekt präsentiert sich auf der Plattform und versucht, über einen bestimmten Zeitraum eine vorher festgelegte Geldsumme einzusammeln. Gelingt das, wird das Vorhaben realisiert, ansonsten heißt es: Pech gehabt.
Ähnlich funktioniert auch Startnext. Aber weil die Rahmenbedingungen im deutschsprachigen Raum mit denen in den USA nicht zu vergleichen sind, gibt es doch einige interessante Unterschiede. So kooperiert Startnext zum Beispiel mit einer Bank, eine Zusammenarbeit, aus der heraus ein „kostensparendes und einfaches Zahlungsverfahren“ ohne Transaktionsgebühren(!) entstanden ist, wie man auf dem Firmenblog nachlesen kann. Teuer und kompliziert, das waren bis jetzt immer die Gründe, die in unseren Breitengraden den Erfolg solcher Plattformen verhindert haben.
Denis Bartelt wird beim Treffpunkt KulturManagement nicht nur dieses Modell vorstellen, sondern auch erzählen, wie Crowdfunding überhaupt bei uns funktionieren kann und worauf die Initiatoren von künstlerischen Projekten achten müssen, um über Startnext das benötigte Geld einsammeln zu können. Wenn Sie mehr über Startnext wissen wollen oder selbst auf der Suche nach Geldgebern sind, dann freuen wir uns, Sie beim nächsten Treffpunkt KulturManagement begrüßen zu dürfen.
Weitere Infos zum Treffpunkt KulturManagement und eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf Facebook und in unserem Wiki. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Projekt von Kulturmanagement Network, Projektkompetenz.eu und der stARTconference.
Tipp: falls Sie am 25. August keine Zeit haben sollten: Tino Kreßner ist auch auf der stARTconference dabei und wird dort im Rahmen seines Vortrags “Crowdfunding als Marketing- und Förderinstrument für Unternehmen und Stiftungen” Startnext vorstellen (weitere Infos dazu finden Sie hier).
amiando ist Partner der stART.10
amiando ist Pionier für Online-Eventregistrierung und Ticketing. 2006 gestartet, ist amiando heute das europaweit führende Online-Tool, um professionelle Eventorganisation zu vereinfachen.
amiandos Produkte helfen den Organisatoren kleiner und mittelgroßer Events dabei, ein Niveau von Professionalität zu erreichen, das bisher Großkonzernen und Eventagenturen vorbehalten war.
Angefangen von Privat-Partys über Konzerte bis hin zu großen Kongressen bietet amiando für jeden Veranstalter die optimale Lösung. Mehr als 70.000 Events weltweit, darunter Kunden wie MTV, MySpace, BMW, O2 Telefónica, World League und die Messe Köln nutzen amiando bereits, um Einladungsmanagement, Teilnehmerregistrierung, Online-Promotion und Zahlungsabwicklung erfolgreich und kostengünstig abzuwickeln. amiando ist stolz darauf, viele Veranstaltungen aus dem Kulturbereich, wie Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen oder Open Air Kinos unterstützen zu können. Alle Tools sind online-basiert, sofort einsatzbereit und benötigen keine Software-Installation.
Für seine innovativen Produkte wurde amiando mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der vom World Economic Forum verliehene Award „Technology Pioneer 2010“, „TechCrunch The Europas Award“ und der „eco Internet Award“ als bestes Geschäftskundenportal. Die Firma wird von den renommierten Venture Capital-Gesellschaften Wellington Partners, AdInvest und einem Netzwerk internationaler Business Angels unterstützt.
Wir freuen uns, dass wir amiando auch in diesem Jahr als Partner gewinnen konnten.
Das zweite Jahr schon nutzen wir das Ticketsystem für unsere Konferenz und sind sehr zufrieden damit - was Flexibilität und Bedienbarkeit angeht, ist das System unschlagbar. In diesem Jahr sind einige neue Features dazu gekommen, es wird laufend weiter entwickelt.
Die Sprecher der stART.10: Carsten Winter „Von der Push- zur Pull-Kultur“
Gegenwärtig verändern sich Künste und Kultur auf eine völlig neuartige Weise. Erstmalig geht die Entwicklung von Kunst und Kultur weniger von Künstlern, Produzenten oder etwa Verteilern aus, als vielmehr von gewöhnlichen Leuten. Am besten werden die Ursachen und Folgen dieses neuen Wandels meiner Meinung verständlich, wenn man ihn als Wandel von einer „Push“- in eine „Pull“-Kultur konzeptualisiert: Von einer „Push-“Kultur, die von Künstlern gemacht und von Institutionen und Organisationen für Leute verwaltet wurde, hin zu einer „Pull“-Kultur, die sich Leute zunehmend selbst zusammenstellen. Vor diesem Hintergrund werden sich auch die Geschäftsmodelle verändern.
Die Möglichkeiten, die mit der neuen Mobilität und medialen Konnektivität der Leute zusammenhängen, und die es ihnen erlauben, sich heute praktisch mit allem und jedem zu jeder Zeit von jedem Ort aus zu verbinden (weshalb immer weniger Leute noch wirklich untereinander oder mit etwas verbunden sein dürften), fordern Künstler wie Produzenten und Institutionen heute mehr und vor allem anders heraus als je zuvor. Für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wird ein tieferes Verständnis dieser neuen Möglichkeiten und der Art und Weise, wie diese die Künste und die Kultur herausfordern, zur wichtigsten Voraussetzung. Wir erlangen es, wenn wir Leute nicht mehr als „Masse“, „disperses Publikum“, „Ziel“- oder „Anspruchs-“Gruppe konzeptualisieren, sondern in ihrer Einzigartigkeit. Dazu müssen wir sie als konkrete Person in ihrer Lebenswelt mit ihren Herausforderungen und Problemen verstehen und beschreiben lernen.
In meinem Vortrag zeige ich, wie und warum konkrete Personen ihren Umgang mit Kunst und Kultur verändern, wie sie dabei aktiver werden und sie sich zum Gegenstand ihrer kommunikativen und sozialen Vernetzung machen. Anhand der Kulturgeschichte erläutere ich, wie und warum Akteure der Kultur schon häufiger lernen mussten, gewohnte, erprobte Perspektiven auf Kultur, Kunst und ihre Institutionen neu zu sehen – und zu vergessen.
Zur Person:
Carsten Winter lehrt Medien- und Musikmanagement am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Sein zentrales Forschungsgebiet ist Strategieentwicklung und hier insbesondere die Entwicklung von Medien und ihrem Management zur nachhaltigen Entwicklung von Kultur und Musik sowie von Gesellschaft. In diesem Zusammenhang interessiert er sich für die Entwicklung von Audience-, Artist- und Veranstaltungs- und Konvergenzprozessen. Zu seinen Veröffentlichungen zählen als Autor und Herausgeber u.a. Grundlagen des Medienmanagements (2002), Konvergenzmanagement und Medienwirtschaft (2007) und Theorien der Kommunikations- und Medienwissenschaft (2007).



