7 Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten und eine Führung geben Interessierten einmal mehr die Gelegenheit in allgemeinverständlicher und anschaulicher Form spannende Arbeits- und Forschungsfelder kennen zu lernen. Natuerlich bietet sich im Anschluss an die Vorträge immer die Möglichkeit zu einer tiefergehenden Diskussion.
Professor Osthus macht den Start
Bei dem heutigen Vortrag von Professor Dr. Dietmar Osthus geht es um das Thema "Die Küche auf der Zunge - Kulinarische Methaphern in der deutschen und französischen Sprache". Weiter geht es dann am 03. November 2010 ins Fachgebiet der organischen Chemie.
Videogespräche
In einem kurzen Gespräch nannte uns einer der Organisatoren des UNI-Collegs, Professor Möller sein persönliches Highlight der Veranstaltungsreihe. Auch Prefessor Tegude nennt seinen Favoriten in einem weiteren Videogespräch. In einem weiteren Videogespräch kommt Ulrike Bohnsack von der UNI Duisburg Essen zu Wort und erläutert Wissenswertes rund um die Veranstaltung.
und hier alle Termine und Vorträge im Einzelnen:
Jeweils mittwochs, 19.30 Uhr, Campus Duisburg, Raum MD 162
20. Oktober 2010: Prof. Dr. phil. Dietmar Osthus
Die Küche auf der Zunge – Kulinarische Metaphern in der deutschen und französischen Sprache
Das menschliche Denken wird entscheidend durch Bilder bestimmt. In der Sprache zeigt sich dies durch Metaphern, die wir benötigen – vor allem um abstrakte, wenig konkret fassbare Zusammenhänge, Gefühle oder Konzepte zu versprachlichen. Die sprachlichen Bilder stammen meist aus alltagsweltlichen oder körperlichen Erfahrungsbereichen wie z.B. Essen, Trinken und Kochen.
Wenn wir bittere Erfahrungen sammeln, unser Stück vom Lohnkuchen sichern wollen, oder man uns im Konzert einen Leckerbissen für die Ohren serviert, dann verwenden wir entsprechend kulinarische Metaphern.
In seinem Vortrag klärt Romanistikprofessor Dr. Dietmar Osthus am Beispiel des Deutschen und des Französischen zum einen die Frage, ob solche bildlichen Ausdrücke in verschiedenen Sprachen identisch sind, zum anderen, wo und warum sie sich auch unterscheiden.
3. November2010: Prof. Dr. rer. nat. Carsten Schmuck
Chemie und Natur: (k)ein Widerspruch?
mit chemischen Modellen medizinisch-biologischen Vorgängen auf der Spur
Die Chemie hat in der öffentlichen Wahrnehmung ein schlechtes Image – geprägt durch spektakuläre Katastrophen in der Vergangenheit oder aus Unkenntnis über chemische Abläufe. Ganz anders ist die öffentliche Wahrnehmung der Natur: Bio ist für viele der klassische Gegenpol zur „künstlichen“ (und damit schlechten?) Chemie. „Dabei ist Chemie überall!“, sagt Prof. Dr. Carsten Schmuck (Organische Chemie). „Denn auch alles, was in der Natur stattfindet, ist Chemie. Ohne sie ist kein Leben möglich: Stoffwechsel, Vererbung oder die Funktionsweise unseres Gehirns sind alles chemische Prozesse genauso wie auch die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs.“
Prof. Schmuck will in seinem Vortrag einige dieser Aspekte beleuchten und dazu beitragen, Missverständnisse in Bezug auf die Chemie auszuräumen. Ebenso wird er anhand einiger aktueller Beispiele aus der eigenen Forschung zeigen, was man mit Hilfe chemischer Modelle über biochemisch-medizinische Prozesse lernen kann.
Die Führung im Wintersemester (vorherige Anmeldung erforderlich)
Kurzpuls-Laserlabor der Fakultät für Physik
Führung am 25. November 2010, 18.00 Uhr.
uwe.bovensiepen[at]uni-due.de
Anmeldung:
telefonisch: (02 01) 1 83 20 64 (Verwaltung)
per Fax: (02 01) 1 83 20 39
per E-Mail: ingrid.sons@uni-due.de
Treffpunkt: Lotharstraße 1, Gebäude MC,
Foyer vor dem Hörsaal MC 122
In diesen Laserlabors werden extrem kurze und intensive Laserblitze hergestellt. Für sehr kurze Zeit übertrifft die Leistung dieser Laserpulse die gesamte Leistung aller Kraftwerke auf der Erde zusammen¬genommen. Eine Anwendung dieser Laserpulse ist die Durchführung von sog. Anrege-Abfrage-Experimenten, um die Bewegung von Elektronen und Atomen in Materie in Moment¬aufnahmen festzuhalten, d.h. Schnappschüsse von Materialen herzustellen. In Demonstrations¬experimenten werden wir Eigenschaften dieser Laserstrahlung vorführen können.
10. November 2010: Prof. Dr.-Ing. Dieter Schramm
Elektromobilität – Schöne neue Welt?
Längst haben die Begriffe Hybridfahrzeug, Elektroauto und Lithium-Ionen-Batterie Einzug in unseren Sprachgebrauch gehalten und gelten als Geheimwaffe gegen Energieverschwendung und Abhängigkeiten im Mobilitätssektor.
Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Wie und wie viel können die vielfältigen Ausprägungen dieser Systeme zur Kraftstoffeinsparung und Umweltschonung beitragen? Und wie verändern sich dadurch die Märkte und die Infrastruktur?
Diese und weitere Fragen wird Prof. Dr.-Ing. Dieter Schramm vom Lehrstuhl für Mechatronik anschaulich beantworten. Hierzu werden die bisherigen und die in naher Zukunft zu erwartenden Veränderungen des Fahrzeugantriebs skizziert und Funktionen sowie Auswirkungen auf den Automobilmarkt erläutert.
Im Anschluss an den Vortrag wird der Fahrsimulator DRIVASSIST vorgestellt. Dieser wurde am Lehrstuhl entwickelt und ermöglicht das (Er-)Fahren konventioneller und elektrischer Fahrzeugantriebe unter wissenschaftlichen Aspekten.
24. November 2010: Prof. Dr. phil. Heinz-Jürgen Axt
Griechenland vor dem Staatsbankrott - Gefahr für den Euro?
Am 20. Oktober 2009 gab der neu gewählte Ministerpräsident Georgios Papandreou bekannt, dass Griechenlands Staatsverschuldung dramatische Ausmaße angenommen hatte: Statt der im Rahmen der Europäischen Währungsunion maximal zulässigen Verschuldung des Staatshaushalts in Höhe von 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) musste der Ministerpräsident bekennen, dass das Defizit „mehr als 12%“ im Jahr 2009 erreichen werde. Griechenland verlor massiv an Vertrauen: Die Finanzmärkte waren nicht länger bereit, zu halbwegs vertretbaren Zinsen das Land mit frischem Geld zu versorgen, und die Partner in der EU mussten abermals erkennen, dass es Griechenland mit den vertraglichen Pflichten zur Erhaltung der Geldwertstabilität des Euros nicht allzu ernst nimmt. Auch fühlte man sich abermals düpiert, hatte Athen doch schon früher manipulierte Daten nach Brüssel gemeldet und die Verschuldung klein gerechnet.
Obwohl die EU-Verträge die Übernahme von Schulden der Partnerstaaten ausdrücklich untersagen, fanden sich die EU-Staaten schließlich doch bereit, Griechenland mit einem finanziellen Rettungsschirm von sage und schreibe 110 Mrd. Euro beizustehen. Bange Fragen taten sich auf: Wird Griechenland seine Schulden abbauen können? Erfasst die Krise auch andere Euro-Staaten? Ist die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank gefährdet? Und was wird aus dem Euro? Politikwissenschaftler Prof. Dr. Heinz-Jürgen Axt wird in seinem Vortrag diesen Fragen nachgehen.
8. Dezember 2010: PD Dr. med. Dipl.-Phys. Susanne Ladd
Was der Röntgenblick verrät:
Aktuelle Indikationen für die radiologische Bildgebung
Was können die neuen bildgebenden Verfahren in der Medizin für unsere Gesundheit leisten, was nicht? Das erklärt PD Dr. med. Susanne Ladd vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Uniklinikums in ihrem Vortrag.
Viele Erkrankungen können heutzutage mit der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) mit hoher Genauigkeit erkannt und bewertet werden. Hierzu gehören die beiden größten Krankheitsgruppen: Arteriosklerose und Tumore. Anhand einiger Beispiele wird die Privatdozentin einen kleinen Eindruck von der Güte solcher Untersuchungen vermitteln.
Und auch das Thema Prävention wird sie ansprechen, denn es ist neuerdings in aller Munde. Was bringt die Suche nach Erkrankungen beim (noch) Gesunden, welche Risiken können bestehen? Erste größere Studien mit Ganzkörper-MRT zeigen in bislang nicht gekannter Form, wie häufig (oder selten) Erkrankungen bei Personen ohne Krankheitssymptome vorliegen.
Zum Schluss wird PD Susanne Ladd neueste Forschungsansätze für eine künftige weitere Verbesserung der Bildgebung präsentieren.
2. Januar 2011: Prof. Dr.-Ing. Andreas Czylwik
MIMO - Mehrantennenkonzepte in modernen Mobilfunksystemen
Durch die Nutzung von mehreren Antennen auf Sende- und Empfangsseite (MIMO = multiple input multiple output) eines Mobilfunksystems kann dessen Leistungsfähigkeit erheblich verbessert werden. Die mehreren Antennen können mit den folgenden Zielsetzungen eingesetzt werden: 1. Die Übertragungsqualität kann gesteigert werden. 2. Die übertragene Datenrate kann gesteigert werden. 3. Die Störung durch weitere Funkverbindungen in der gleichen oder in benachbarten Funkzellen (Gleichkanal-Interferenz) kann reduziert werden - hierbei werden die verwendeten mehreren Antennen als so genannte intelligente Antennen betrieben.
In dem Vortrag erläutert Prof. Dr.-Ing. Andreas Czylwik, Experte für Nachrichtentechnische Systeme, die Prinzipien von MIMO-Verfahren und was sich dadurch verbessern lässt. Die vorgestellten Verfahren veranschaulicht er anhand eines akustischen MIMO-Übertragungssystems in einem Experiment.
26. Januar 2011: Prof. Dr. rer. pol. Antje Mahayni
Private Altersvorsorge - Garantieprodukte und Fondswahlrechte
Absenkungen der gesetzlichen Rentenversicherung lassen die Rentenlücke wachsen, so dass die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Klassische Lebens- und Rentenversicherungsprodukte werden in Bezug auf vergleichsweise hohe Beiträge zur Haltung des Lebensstandards im Alter kritisiert. Zudem gewähren sie dem Kunden keine Einflussmöglichkeiten auf die Anlagepolitik.
Dies ist bei Fondsgebundenen Versicherungen möglich, doch es fehlt hier üblicherweise eine Investmentgarantie. So genannte Variable Annuitäten gewähren dem Kunden das Recht, seine eigene Fondsauswahl zu treffen, und enthalten zudem Garantiezusagen. Charakteristisch für diese Produkte ist somit die Verknüpfung von Investitionsstrategien und Garantiekomponenten.
Prof. Dr. Antje Mahayni, Expertin für Versicherungsbetriebslehre und Risikomanagement, stellt die Grundprinzipien von dynamischen Wertsicherungsstrategien bei Variablen Annuitäten vor. Außerdem skizziert sie die Vor- und Nachteile von in Garantiekomponenten eingebetteten Fondswahlrechten.



