Markus Ambach und sein Team wurden für ihr Projekt "B1/A40 - Die Schönheit der großen Straße" von der deutschen Sektion des internationalen Kritikerverbandes (aica) mit dem Preis für die besondere Ausstellung 2010 bedacht. Nachdem die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 Ende Oktober in Berlin den Preis "Kulturmarke des Jahres 2010" verliehen bekommen hat, ist dies nun bereits die 2. renommierte Auszeichnung für die Aktivitäten der Metropole Ruhr. Markus Ambach ist es als Kurator gelungen, die Autobahn B1/A40 in einen vielbeachteten Kunstraum umzufunktionieren und damit hat er sich den Preis, der im Februar 2011 verliehen wird, mehr als verdient:
Ehrung des Internationalen Kritikerverbandes: RUHR.2010-Projekt „B1|A40 –
Die Schönheit der großen Straße“ zur Besonderen Ausstellung 2010 gekürt
Der Preis der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands (aica) für die Besondere Ausstellung 2010 geht an das RUHR.2010-Kunstprojekt „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“. Der unabhängige Verband der deutschen Kunstkritiker vergibt die Auszeichnung einmal jährlich an eine besonders herausragende Kunstausstellung. Das ungewöhnliche Projekt von Kurator Markus Ambach hatte den Ruhrschnellweg an unterschiedlichsten Orten von Duisburg bis Dortmund zwischen Juni und August mit Installationen und Interventionen als die neue Metropolen-Mitte inszeniert.
In der Begründung lobt Aachener Kunstkritikerin und frühere Preisträgerin Renate Puvogel die Komposition der Gesamtausstellung, die Projekte an sechs Standorten entlang der A40 umfasst: „Die Einzelprojekte ergänzen sich zu einer abenteuerlichen, vielschichtigen Erzählung; sie ist als ein übergreifendes, so ernst wie distanziert fröhliches, vielschichtiges Forschungsprojekt angelegt. Ambach zeigt eine Region, die sich, wie er sagt, entlang der großen Straße auf Grund ihrer mannigfaltigen Potenziale sozusagen ‚selbst erfindet’.“
Die Ausstellung im öffentlichen Raum richtete ihren Fokus auf die unbekannten Räume entlang der A40, die sich unbemerkt im Schatten der Öffentlichkeit entwickelt haben und die sich die Anwohnern mit subtiler Autonomie, Selbstverantwortung und einem gehörigen Maß an Einfallsreichtum im Umgang mit prekären urbanen Situationen aneignen. Wie die Jury würdigt, zeigt die Ausstellung, dass es „diese Mikroorganismen sind [...], die dem Gebiet ihren Charme verleihen, und mehr noch, die es überlebensfähig und menschenwürdig machen.“
Ob mit den Bewohnern des Dorfes Werthacker im Kreuz Kaiserberg in Duisburg oder der Tunergemeinde am Dückerweg in Bochum, stets bezog der Kurator Markus Ambach die Anwohner in seine Konzeption ein und entwickelte mit ihnen und den Künstlern gemeinsame Projekte. Im Kreuz Kaiserberg beispielsweise mobilisierte die Künstlerin Jeanne van Heeswijk mit Interviews, Recherchen, einem Dorffest und einer dokumentierenden Ausstellung in der Kirche den „Widerstand des kleinen Glücks“ gegen den drohenden Abriss des einzigen Gemeinschaftsraums.
„Wir freuen uns sehr über diese besondere Auszeichnung, die zeigt, welche herausragende Bedeutung kontextbezogenes Arbeiten im öffentlichen Raum nicht nur im Kunstkontext hat. Die Auszeichnung gilt den Künstlern, ihrer engagierten Arbeit mit dem schwierigen Umfeld der ‚großen Straße’, dem Team von B1|A40 und ganz speziell den Anliegern und Menschen, die sich mit unzähligen dezentralen Praktiken und Handlungen den schwierigen Raum entlang der A 40 wieder angeeignet haben und Partner der Ausstellung auf Augenhöhe waren. In ihrer kreativen, engagierten und selbstbewussten Arbeit liegt das große Potenzial des Ruhrgebiets, das mehr ins Zentrum des Interesses gerückt werden muss“, sagt Markus Ambach, Kurator und Projektautor B1|A40.
Die Verleihung des Preises findet im Februar 2011 statt.
Vom 12. Juni bis 8. August wurden insgesamt 18 Kunstwerke an sechs Standorten gezeigt, darunter Werke von Künstlern wie Rita McBride, den Niederländern Jeanne van Heeswijk und dem Atelier van Lieshout. Etwa 28.000 Besucher sahen die Ausstellung und das vielfältige Begleitprogramm auf der Open Stage am Motel Bochum und am Rhein-Ruhr Zentrum in Mülheim, bei Bustouren und Wanderungen im Kreuz Kaiserberg.
Am Freitag, 19. November 2010, wird der Katalog zu „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ im Gelsenkirchener stadbauraum präsentiert. Ab 18.30 Uhr diskutiert der Kurator Markus Ambach gemeinsam mit Stadtplanern und Künstlern über das Verhältnis von Kunst und Stadtplanung und deren nachhaltige Wirkung und stellt anschließend den Katalog zur Kunstausstellung vor. Der mit circa 250 Seiten umfangreiche Kunstkatalog wird im Jovis Verlag veröffentlicht und für 35 € im Handel erhältlich sein. ISBN 978-3-86859-077-7 (Deutsch/Englisch).
B1|A40 wurde realisiert von MAP Markus Ambach Projekte unter der Trägerschaft der Stadt Bochum im Verbund mit den Anrainerkommunen der A40/B1 und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Es wurde gefördert durch die RUHR.2010, die Kunststiftung NRW, das MBV NRW, die Landesinitiative StadtBauKultur NRW und das Niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft (OCW).
Weitere Informationen finden Sie unter: www.ruhr2010.de/b1-a40
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