"Erscheinungsformen des Fremden" ist das Thema am kommenden Donnerstag, 17.03.2011 in der plastikBAR des Lehmbruck Museums in Duisburg. Beginn ist wie immer um 19:00 Uhr, wenn es wieder heißt: Museum statt Kneipe:
Donnerstag, 17. März 2011, 19 Uhr
plastikBAR: "Lehmbruck an Sokrates: Erscheinungsformen des Fremden"
Café Philo zu Gast, Moderation: Georg Mallitz
Eintritt: 8 EUR
Am 17.03. wird im Rahmen der plastikBAR die Café Philo-Reihe in Kooperation mit dem Duisburger Salon fortgesetzt. Nach einem kurzen Einführungsvortrag des Moderators Georg Mallitz (freier Kurator, Kunstvermittler und Philosoph), wird zu einem bestimmten Thema in einer philosophiert. Am kommenden Donnerstag lautet das Thema: "Erscheinungsformen des Fremden".
Im gemeinsamen Austausch über Begrifflichkeiten wie das „Eigene“ und das „Fremde“ könnte es etwa um Begriffe wie „graben“, „sterben“, „messen“ oder „reisen“ gehen. „Graben“ als Anschauungsform zielabhängigen, planvollen Handelns, als Suche nach neuen, unbekannten Ressourcen und geplante Ausbeutung bekannter Ressourcen durch entfremdende Bearbeitung von Natur, oder als Suche nach Spuren verschütteter Lebensgeschichte. „Sterben“ als Übergangsform vom Vertrauten zum Fremden, als Umgang mit dem Fremden, als Verweigerungsform, Verdrängung oder auch als rituelle Grenzüberschreitung hin zu neuen Aspekten der eigenen Identität. „Messen“ als quantifizierende Bearbeitung des Fremden, als Vermessung der inneren und äußeren Natur. „Reisen“ als erfahrender Umgang mit dem Fremden, als Anschauungsform der Begegnung mit dem Fremden innerhalb und außerhalb der eigenen Kultur.
In der philosophischen Erörterung und Diskussion zu den „Erscheinungsformen des Fremden“, kann das Museum als Ort Einfluss haben. Für den Philosophen Peter Sloterdijk ist das Museum geradezu eine "Schule des Befremdens": Als Ort der Begegnung mit dem schönen Fremden vermittelt es Erfahrungen wie Lust am Neuen, Anerkennung, Exotik und Sympathie mit dem Fremden; als Ort zur Präsentation des hässlichen Fremden ist das Museum aber ebenso mit Abwehrreaktionen gegen das Fremde, mit Verachtung, Antipathie und Repulsion gegen das Tote, Äußere, Unähnliche verknüpft. Der Philosoph Bernhard Waldenfels sieht das Museum als Ort der Passage: Wir verweilen bei der Darbietung von Sichtbarem, das selbst sichtbar macht und uns die Welt anders sehen lässt, in gesteigerter, zugespitzter oder verfremdeter Form, ohne unsere Welt gegen eine andere zu vertauschen.
In jedem Fall gilt: Willkommen sind am intellektuellen Austausch interessierte Menschen, die nicht das professionelle Philosophiestudium im Sinn haben, sondern das Philosophieren als gemeinsames Nachdenken über Fragen des alltäglichen gesellschaftlichen und eigenen Lebens verstehen. Im Café Philo haben Vernunft und Phantasie, Begriffsschärfe und Genauigkeit, intellektuelle Redlichkeit und vor allem Neugierde, sprich Lust auf andere/neue Denkwege ihren Raum. Hier wird der Konsens gesucht, gleichwohl der Dissens akzeptiert.
Wie immer in der plastikBAR ist im Eintrittspreis ein Begrüßungsgetränk enthalten.



