Selten schien eine Partie nach nur 18 Minuten in einem Spiel der 2. Handball Bundesliga so deutlich entschieden wie bei der Begegnung zwischen dem OSC Rheinhausen und dem ThSV Eisenach, denn da führten die Gäste bereits mit 9 Toren Vorsprung, bevor dann die Aufholjagd der Mannschaft aus dem Westen von Duisburg begann, aber dennoch nicht belohnt wurde:
„Weltklasseleistung“ wurde nicht belohnt
Eigentlich neigt Achim Schürmann nicht zu überbordender Schwärmerei. Und man muss wohl schon dabei gewesen sein, um zu verstehen, warum der Trainer des OSC nach der Niederlage gegen den ThSV Eisenach von einer „Weltklasseleistung“ sprach.
Ein fast schon sicher verloren geglaubtes Spiel hatten die Rheinhauser noch einmal spannend werden lassen - die Belohnung dafür blieb allerdings leider aus. Die Gäste aus Thüringen feierten einen hart erkämpften 32:29 (18:15)-Sieg.
Nach knapp 18 Minuten schienen Hopfen und Malz verloren. Da lag der OSC Rheinhausen im Duell mit dem ThSV Eisenach abgeschlagen mit 6:15 hinten. Es drohte ein trüber Frühlingstag für die Olympischen zu werden. Bis dahin hatten die Gäste den OSC mit einer fast hundertprozentigen Trefferquote geschockt und die mitgereisten Fans mit einigen sehenswerten Kabinettstückchen erfreut. Doch die Hausherren legten plötzlich den Schalter um. „Zu dem Zeitpunkt hat doch niemand mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt“, meinte auch Achim Schürmann. Mit einer
Trefferserie von fünf Toren in Folge – darunter auch ein schöner Kempatrick von Lukas Esser – verkürzte der OSC auf 11:15. Fans und Mannschaft witterten wieder Morgenluft, der Drei-Tore-Rückstand zur Pause schien auf einmal ebenfalls wieder aufholbar.
Und so spielten die Duisburger auch nach dem Seitenwechsel weiter munter auf und versetzten die zuletzt nicht unbedingt erfolgsverwöhnten Anhänger in Verzückung. Der OSC schnupperte gegen die favorisierten Eisenacher zumindest am Punktgewinn, letztlich fehlte dem Aufsteiger aber wohl erneut die nötige Kaltschnäuzigkeit, auf mehr als zwei Tore kamen die Rheinhauser nicht heran. „Da fehlte uns die Cleverness. Wir haben es versäumt, die Big-Points zu machen“, haderte Schürmann im Nachhinein unter anderem mit zwei vergebenen Siebenmetern und einigen schlecht ausgespielten Angriffen. „Trotzdem war das große Klasse. Spielerisch und kämpferisch kann man da nichts sagen, mein Team hat super gespielt. Ich denke, ein Punkt wäre wohl verdient gewesen.“
Ein Extralob verdiente sich diesmal Lukas Esser, der ein gutes Spiel und einige wichtige Tore gemacht hatte. Nach seiner erneuten Einwechslung (36. Minute) ebenfalls stark präsentierte sich Torhüter Matthias Reckzeh.
Am kommenden Samstag gastiert der OSC beim Aufstiegs-Anwärter TV 05/07 Hüttenberg.
Statistik:
OSC: Reckzeh (1.-12./36.-60.), Bothe (13.-35.) – Szymanowicz (7), Esser (5), Schneider (4), Bernau (4/2), Backhaus (3), Bochwitz (2), Dickel, Gentges, Jörg Schürmann (je 1), Loschinski, Zimmermann, Giesbert.
ThSV-Tore: Luther (6), Wöhler (5), Koke (5/5), Heinemann, Lilienfelds (je 4), Trautvetter, Kaluzinski (je 3), Sklenak (2).
Siebenmeter: OSC: 4/2; ThSV: 6/5 2-Minuten-Strafen: OSC: 4; ThSV: 3



