In anderthalb Monaten ist es wieder soweit, dann startet die Traumzeit 2011, das Jazzfestival unterm Hochofen im Landschaftspark Duisburg Nord. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein reichhaltiges Programm in der Industriekulisse des LAPANO geben. Die Vorstellung fand in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz in der Gebläsehalle statt. Dr. Arndt Neuhaus vom Hauptsponsor RWE, Andreas Vanek von der Sparkasse Duisburg, Dr. Werner Fuhr vom Kulturpartner WDR 3, Kulturdezernent Karl Janssen, Frank Jebavi vom Festivalbüro und der musikalische Leiter des Festivals Tim Isfort informierten über den Inhalt und das Programm der Traumzeit 2011.
Traumzeit 2011 – Schmelzofen der Musik
Caribou, Mogwai, Patrick Wolf & Alec Empire, Randy Brecker & Bill Evans Soulbop, Esperanza Spalding, Mike Stern Band, The Weakerthans, und ein Traumzeit-Spezial Myanmar prägen mit über 30 weiteren Bands und DJs ein einzigartiges Festival im Landschaftspark Duisburg-Nord.
Früher wurden Erze aus aller Welt in das Hüttenwerk Meiderich geliefert, um hochwertiges Roheisen zu erschmelzen. Nach der Stilllegung der Hütte entwickelte sich das Industriegelände zum Landschaftspark-Nord. Bei der TRAUMZEIT vom 1. – 3. Juli 2011 kommen musikalische „Rohstoffe“ aus aller Welt auf das Gelände um miteinander zu reagieren und eine eigene Glut zu entfachen. Um dieses in seiner stilistischen Breite und Offenheit einmalige Festival auf die Beine zu stellen, sind die Veranstalter der Duisburg
Marketing GmbH und der Stadt Duisburg eine starke Partnerschaft mit der RWE
Deutschland AG, der Sparkasse Duisburg und dem Kultursender WDR 3 eingegangen.
Ein einmaliges Ereignis ist das kurzfristig möglich gewordene Aufeinandertreffen des Techno-Urgesteins Alec Empire, bekannt auch durch seine vom Punk beeinflusste Techno-Band Atari Teenage Riot, und Patrick Wolf (3. Juli). Der exzentrisch wirkende Patrick Wolf, ein Komponist, Multiinstrumentalist und Sänger mit Bezügen sowohl zur Klassik als auch zur Elektronik, spielt in diesem einzigartigen Projekt seine eigenwillige Musik mit Bratsche und Flügel. Ein weiterer Höhepunkt nicht nur für Electronica-Fans dürfte der von der RWE Deutschland AG präsentierte Auftritt von Caribou (1. Juli) alias Dan
Snaith werden. Der Kanadier und seine Band werden mit experimenteller Elektronik, melodischer Soundforschung und groovenden Klängen das Festival zum Tanzen bringen.
Zwischen Elektronik-Live-Act und Percussion-Show bewegen sich das Schweizer Duo Bubble Beatz (1. Juli). Treibende Beats und tanzbare Club-Sounds mit zwei ausgebildeten Drummern. Laut und bildgewaltig ist die Musik von Mogwai (1. Juli). Die schottischen Postrocker schichten Klangebenen zu Gitarrengewittern und bizarren Soundgemälden, die durchbrochen werden von beinahe verträumten Melodien. Durchaus bildhaft klingen auch die epischen Songs von Ólafur Arnalds (1. Juli), dessen fragile Musik zwischen Klassik und Indie voller Emotionen steckt. Die Band mit dem komplexen Namen Mike Stern Band with special guest Didier Lockwood featuring Dave Weckl & Tom Kennedy (1. Juli) stellt mit dem Gitarristen Mike Stern und dem Geiger Didier Lockwood zwei Musiker in den Mittelpunkt, deren Karriere im Spannungsfeld von Jazz und Rock begann. Jazzige Elemente verarbeitet auch Bohren & der Club of Gore (2. Juli) zu einem getragenen Sound, den manche als Spagat zwischen Slayer und Sade bezeichnen, wahlweise auch der Soundtrack zum nächsten David-Lynch-
Film. Ein wesentlich höheres Tempo legen die von der Siemens AG präsentierten Weakerthans vor. Die kanadische Indie-Band schreibt knackige Songs mit der Griffigkeit von Pop und der Verspieltheit von Country.
Ein Fest für alle, die ihre Portion Jazz mit einer starken Dosis Funk und Fusion mögen, wird das von der Sparkasse Duisburg präsentierte Konzert von Randy Brecker / Bill Evans Soulbop featuring Medeski, Martin & Wood. Zwei Altmeister des Fusion Jazz stehen auf der Bühne mit drei Spezialisten für alles, was groovt. Wesentlich leisere Töne schlägt die von der RWE Deutschland AG präsentierte Esperanza Spalding an. Die als Bassistin, Sängerin und Komponistin überzeugende Amerikanerin ist ein Shooting Star nicht nur der
Jazz-Szene. Die soeben mit dem Grammy „Best New Artist“ ausgezeichnete Musikerin verbindet in ihrer Chamber Music Society die Spontaneität eines Jazz-Trios mit mal samtigen, mal kantigen Streichearrangements.
Traumzeit-Spezial Myanmar
Im Jahre 2011 war Tim Isfort, der künstlerische Leiter der TRAUMZEIT erstmals zu Konzerten und Workshops in Myanmar, hierzulande besser bekannt als Birma oder Burma. Dabei lernte er die Musik und wichtige Musiker des Landes kennen. Weitere Reisen bestärkten ihn, für diese einzigartige Musikkultur Brücken nach Europa zu schlagen. TRAUMZEIT ist damit das erste Festival in Europa, das verschiedene Aspekte der Musik des südostasiatischen Vielvölkerstaates vorstellt. In der Musik aus Myanmar fallen exakt gestimmte Perkussionsinstrumente wie der Trommelkreis pat waing auf. Auf seinen 21 Trommeln lassen sich wunderbar Melodien spielen. Auch das Gongspiel maung zaing ist chromatisch gestimmt. Nationalinstrument Myanmars ist die 16-saitige Bogenharfe saung kauk. Erstaunlich an der Musik aus Myanmar sind ihr Drive und die Gleichzeitigkeit von Exotik und Vertrautheit, Perkussion und
Melodie. An traditioneller Musik aus Myanmar ist neben einem Harfenkonzert mit dem Virtuosen Kyaw Myo Naing (3. Juli) ein hsaing waing-Ensemble (1. Juli), das u.a. aus Trommelkreis, Gongspiel und der Oboe Myanmars hne besteht, zu hören. Wie westliche Instrumente mit ganz eigenen Spieltechniken in die Musik des Landes integriert werden zeigt die Gruppe Myanmar Hmu Gitameit (2. Juli) mit Slide-Gitarre, Piano und Gesang. Eine unmittelbare Begegnung zwischen Musikern aus Myanmar, Italien, Frankreich und Deutschland ist das Projekt Myanmar meets Europe (3. Juli), das nach mehreren Probentagen ein Abschlusskonzert geben wird. Ergänzt werden die Konzerte durch einen
Workshop, Filme, einen Vortrag und eine birmanische Party pwe mit Session (2. Juli). Das Traumzeit-Spezial Myanmar wird u.a. gefördert durch das Goethe Institut, das NRW Kultursekretariat, die Deutsche Botschaft in Myanmar, die Heinrich-Böll-Stiftung und den WDR.
TRAUMTANZ, Bus-Shuttle und Camping – neue Ideen bei der Traumzeit
Partys hat es bei der TRAUMZEIT schon früher gegeben. Doch das Konzept der
TRAUMTANZ Clubnacht (2. Juli, ab 22 Uhr) wurde erstmals in Zusammenarbeit mit den vier Duisburger Clubs und Veranstaltungsorten entwickelt, die das Kulturgeschehen in Duisburg das ganze Jahr über maßgeblich mitgestalten. Goldengrün, Djäzz, babaSU und Steinbruch sind Partner und Taktgeber der diesjährigen Clubnacht. Um die Anbindung des Festivalgeländes an den Duisburger Hauptbahnhof zu verbessern, hat Traumzeit einen eigenen Bus-Shuttle eingerichtet. An allen drei Festivaltagen pendeln ein Oldtimer-Bus aus dem Jahr 1956, der so genannte Präsidentenbus, und ein moderner
Bus zwischen der Traumzeit-Haltestelle vor dem Hauptbahnhof (Portsmouthplatz) und dem Landschaftspark. Für Inhaber eines Traumzeit-Tickets ist der Bus-Shuttle kostenlos. Abfahrtszeiten der Shuttle-Busse im Halbstundentakt am Freitag, 1. Juli von 17 bis 24 Uhr, Samstag, 2. Juli von 15 bis 5 Uhr und Sonntag, 3. Juli von 15 bis 24 Uhr. Die bizarren Formen der Schwerindustrie und die Idylle der niederrheinischen Kulturlandschaft liegen selten dichter beieinander als im Landschaftspark Duisburg-Nord. Rund 500 Meter entfernt vom Festivalgelände mit seinen stillgelegten Hochöfen liegt der
Ingenhammshof. Eine von Pappeln gesäumte Wiese des Hofes wird erstmals für die Dauer des Festivals zum Campingplatz. Duschen und Toiletten sind vorhanden. Der Platz ist nur für Zelte geeignet, nicht aber für Wohnmobile. Das Camping kostet 5 Euro mit Traumzeit-Ticket, 10 Euro ohne Traumzeit-Ticket pro Nacht und Person. Erforderlich ist eine Anmeldung beim RUHR:VISITORCENTER Duisburg, Telefon 0203 285 440, Email service@duisburg-marketing.de.
Tickets und Service Festivalpass: Vorverkauf: 60 Euro plus Vorverkaufsgebühren, Tageskasse: 70 Euro Tagesticket: Vorverkauf: 25 Euro plus Vorverkaufsgebühren, Tageskasse: 30 Euro
Ticket Außenbühnen:
Freitag, 1. Juli ist der Zutritt zur Außenbühne frei!
Samstag, 2. Juli: Ticket Außenbühne mit TRAUMTANZ (Clubnacht) 8 Euro
Sonntag, 03. Juli: Ticket Außenbühne 5 Euro
Vorverkauf Ticket-Infoline: 01803 373267 (9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Andere Netze max. 42 Cent) Vorverkauf über NRW-Ticket-Vorverkaufsstellen oder unter www.traumzeit-festival.de



