Geschäftsideen zeugen von Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung
Jetzt ist das Geheimnis gelüftet. Von 30 eingereichten Businessplänen kamen zunächst zehn in die engere Auswahl. Eine Jury, bestehend aus Vertretern von Wirtschaft und Institutionen, wählte aus diesen die besten drei aus. Das ist die feierliche Krönung eines erfolgreichen zweiten Durchganges von GRIID, dem Duisburger Existenzgründerwettbewerb.
Mit der heutigen Preis-Verleihung des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs geht auch die Abschlussfeier des so genannten „small business management“ (sbm)-Projektes der Universität Duisburg-Essen (UDE) einher.
Wie alles begann…
Rund 130 Besucher informierten sich im November 2010 bei der Auftaktveranstaltung der Gründungsinitiative Innovation Duisburg (GRIID) über den Existenzgründerpreis sowie über das Aus- und Fortbildungsprogramm „small business management“ (sbm) der UDE. Im Dezember 2010 wurden die 60 besten Ideengeber ausgewählt, für die damit der Weg zur begehrten sbm-Teilnahme frei wurde.
Innovative Ideen aus vielfältigen Branchen
Das Spektrum der eingereichten Ideen war auch in diesem Jahr unglaublich groß. Die Bandbreite der Businesspläne umfasste sowohl technologieorientierte Geschäftsideen aus den Bereichen der regenerativen Ideen, der Biotechnologie und der App-Entwicklung als auch „Klassiker“ aus Design, Gastronomie, Kinderbetreuung und Finanzwirtschaft. Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (GFW Duisburg) und GRIID-Initialpartner, gehört zu den Jury-Mitgliedern: „Diesmal waren außergewöhnlich viele Ideen dabei, die von Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und ökologischem Bewusstsein zeugen – solch´ wohlüberlegte Gründer braucht die Gesellschaft. Siedeln sich diese in Duisburg an, bereichert das unseren Wirtschaftsstandort“, erklärt der GFW-Chef.
Die Sparkasse Duisburg gehört zu den GRIID-Initialpartnern „der ersten Stunde“ und wirkt daher ebenfalls bei der Preisverleihung mit. In seiner Laudatio für den erstplatzierten Jan Peckolt betont Dr. Joachim Bonn, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg: „Die Idee, verfügbares Energiepotenzial aus Meereswellen in Offshore-Windparks zu nutzen, bringt man nicht zwingend mit Duisburg in Verbindung, zeigt aber sehr deutlich, welches Potenzial diese Stadt hat. Die Sparkasse Duisburg sieht es als ihre Aufgabe und Verpflichtung, dieses Potenzial zu heben und damit den Standort Duisburg zu stärken. Ich gratuliere Herrn Peckolt herzlich zu seinem ersten Platz und wünsche ihm und der Umwelt, dass sein Vorhaben erfolgreich realisiert werden kann“.
Michael Reimann, Leiter Geschäftsfeld Gewerbekunden der Volksbank Rhein Ruhr, die ebenfalls zu den GRIID-Initialpartner zählt, gratuliert den Gewinnern, mit den Worten: „Ideenreichtum, Mut, Willen zum Erfolg und Ausdauer sind die Basis für eine erfolgreiche Existenzgründung. Herzlichen Glückwunsch, dass Sie, angetrieben vom festen Willen zum Erfolg, es bis hierher geschafft haben."
Und Theodor Friedhoff, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, hält die Laudatio auf die Drittplatzierte. Die IHK, so Friedhoff, betreue jedes Jahr rund 2500 Gründungswillige. Auch dieser Wettbewerb habe wieder einmal gezeigt, welch hohes Potenzial an innovativen Geschäftsideen in der Region vorhanden ist.
Die Gewinner des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs 2011
Der erste, mit 5.000 Euro dotierte Platz des GRIID-Existenzgründerwettbewerbs 2011 geht an Jan Peckolt. Kathrin Hasse belegt den mit 3.000 Euro dotierten Platz 2 des GRIID-Businessplanwettbewerbs und Claudia Janosch darf sich über den dritten Platz und 1.000 Euro „Starthilfe“ freuen. Als Novum wird diesjährig ein so genannter Ehrenplatz verliehen. Mit diesem wird eine Geschäftsidee prämiert, die sich neben einem nachhaltigen Konzept durch verantwortungsvolles Denken und soziales Engagement auszeichnet.
Idee und Businessplan des Erstplatzierten
Diplom-Wirtschaftsingenieur Jan Peckolt plant die Gründung eines technologieorientierten Unternehmens (WhiteCaps GmbH), das mit Hilfe eines neu entwickelten Systems zur Stromerzeugung in der Lage ist, das von Meereswellen in Off-Shore-Windparks ausgehende Energiepotenzial zu nutzen, um damit zusätzliche Energie zu gewinnen. Peckolt arbeitet derzeit für das Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme der Universität Duisburg-Essen.
Die Zweitplatzierte
Kathrin Hasse beabsichtigt, sich als Illustratorin in Duisburg selbstständig zu machen (Illustration & Kommunikation Kathrin Hasse). Hasse überzeugte die Juroren mit einem überaus kreativen Businessplan in Form eines eigens dafür gedrehten Kurzfilmes. Darin stellte die 31-jährige Duisburgerin neben unternehmerischem Know-how insbesondere ihr illustratorisches Können unter Beweis.
Mit Biotechnologie „aufs Treppchen“ – der dritte Platz
Beim Businessplan von Claudia Janosch dreht sich alles um die Biotechnologie. Im Januar 2012 will sie gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen, die innovative Biofilter für Aquarien produziert und im Internet verkauft. Claudia Janosch entschied sich schon früh für die Branche, in der sie sich jetzt mit der Firma „Aqua Analytica“ selbstständig machen will. Nach dem Abitur erlernte sie zunächst den Ausbildungsberuf einer Biologisch-technischen Assistentin. Danach absolvierte sie erfolgreich den internationalen Masterstudiengang „Water of science“, der sich mit der Trink- und Abwasseraufbereitung beschäftigt.
Honoris causa: Die Tonfilterfabrik von Adrian Letzner
Der in diesem Jahr erstmals verliehene Ehrenplatz geht an Adrian Letzner. Dieser strebt es an, ein Unternehmen zu gründen, das Trinkwasserfiltrationsanlagen für den Haushalt herstellt und Wasseranalysen in einem Labor durchführt. Das Unternehmen soll in einem Entwicklungsland angesiedelt werden, in dem die Menschen Wasser am nötigsten brauchen, um zu überleben. Adrian Letzner weiß, wovon er spricht, hat er doch in einem freiwilligen sozialen Jahr in Kambodscha als technischer Laborleiter für die Hilfsorganisation RDIC (Resource Development International – Cambodia) gearbeitet. Dort schulte er Mitarbeiter und war zuständig für die Installation und Instandhaltung von Laboranlagen zu biologischen und chemischen Wasseruntersuchungen. Zurzeit widmet sich Letzner noch seinem Masterstudium an der Universität Duisburg-Essen mit dem Schwerpunkt Management & Technology of Water and Waste Water.
Ausblick
Gute Ideen sind ebenfalls ein Quell, der nicht versiegen sollte. Und so geht es am 18. November 2011 los mit der Auftaktveranstaltung für die Lehrgänge des Jahres 2012.



