Selten habe ich Klaus Siepmann so erlebt wie am gestrigen Abend. Eine Mischung aus Frustration und Traurigkeit, aber auch ein bisschen Wut war dem Duisburger Musikveranstalter deutlich anzumerken. "Irgend etwas muss ich falsch gemacht haben"..."Joy Denalane ist hier und die Menschen sind nicht bereit, sich die Regenjacken anzuziehen und hierher zu kommen." und deutete in Richtung der knapp 800 Besucher die gekommen waren, um beim 17. Soul am See an der Wasserskianlage in Duisburg-Wedau dabei zu sein.
Die Kosten sind in diesem Jahr explodiert, wegen der ständig neuen Auflagen für Sicherheitskonzepte als Folge der Loveparade Katastrophe. Das habe sich bereits bei der Beachparty gezeigt, bei der die Zuschauerresonanz in Vergleich zur Vergangenheit ebenfalls rückläufig war. Das neue Format das "Stadt-Folkfestival" hat auch nicht das erhoffte Ergebnis gebracht. Er investiere und investiere und es kommt nichts zurück, ja im Gegenteil wurden seine Reserven in diesem Jahr nahezu aufgezerrt. Er mutmaßt, die gesamten dauerhaft anhaltenden Sicherheitsdiskussionen in Duisburg führen bei den Menschen zu einer immer größeren Unlust, Veranstaltungen in der Stadt zu besuchen. Als Konsequenz sieht er an diesem Abend nur eine Möglichkeit, die er in einem Gespräch vor dem Auftritt von Joy Denalane formulierte: "ich gebe die Veranstaltung auf...das 17. Soul am See ist auch gleichzeitig das letzte"...
Danach erschien Klaus Siepmann auf der Bühne, kündigte die großartige Joy Denalane an und erklärte so ganz nebenbei, dieses 17. Soul am See sei zugleich die letzte Veranstaltung an der Wasserskianlage. Wer weiß, wie sehr Siepmann an dieser Veranstaltung, seinem Baby hängt, der mag erahnen, wie schwer ihm dieser Schritt gefallen sein muss...dennoch lässt er vielleicht auch ein Stück Hoffnung, er könne seine Entscheidung noch einmal überdenken.
Der Auftritt von Joy Denalane danach war -trotz des Wetters- großartig. Eine Fotostrecke hierzu folgt in Kürze.



