Der knappe 2:1 (0:1) Sieg der Duisburger Löwinnen gegen den Aufsteiger aus Leipzig war ein hartes Stück Arbeit und sicherlich alles andere als eine Glanzleistung zu Beginn der neuen Spielzeit in der Frauenfussball Bundesliga. Dies war auch die Ansicht von Cheftrainer Marco Ketelaer die er nach der Partie unumwunden von sich gab: "Es war keine gute Leistung meiner Mannschaft." Dennoch war der Sieg verdient, auch wenn die Newcomer in der Bundesliga aus Leipzig bereits in der 14. Spielminute in Führung gehen konnten, so war es doch der FCR 01 Duisburg, der während des Spiels des Ton angab, nur wie so oft auch in der Vergangenheit seine liebe Mühe mit dem Toreschiessen hatte. Erst in der 59. Minute gelang es Alex Popp, den Ausgleich vor 1870 Zuschauern zu erzielen und schließlich war es Stefanie Weichelt, der in Minute 85 der Siegtreffer glückte.
Doch die Gedanken der Spielerinnen waren wohl über weite Strecken der Partie bei anderen Ereignissen, wie auch Marco Ketelaer vermutete, denn sie wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, was der Öffentlichkeit erst in einer an das Spiel anschließenden Pressekonferenz bekannt gegeben wurde: die Goalgetterin vom Dienst, Inka Grings hatte ihren Vertrag im Einverständnis mit dem Vorstand des Vereins vozeitig aufgelöst und wird den Löwinnen zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie habe Angebote aus dem Ausland, über die allerdings noch konkret verhandelt werden müsse und der Zielverein wohl noch nicht so ganz fest steht.
Sicher ist nur, beim FCR wird sie nicht mehr spielen. Der Vorstand wollte ihr, gerade wegen ihrer großen Verdienste um den Verein in den vergangenen 16 Jahren, in denen sie in 271 Ligaspielen die unglaubliche Zahl von 353 Toren erzielt hatte, keine Steine in den Weg legen und stimmte daher einer vorzeitigen Vertragsauflösung zu. Viele Fans sind traurig oder gar wütend über diese Entscheidung, aber dennoch sollte man es der erfolgreichen Goalgetterin gönnen, zum Ende ihrer Karriere noch mal ordentlich verdienen zu können.
Auch gibt es Stimmen, die diese Entscheidung aus anderer Sicht für absolut richtig halten, fördert dies doch den Prozess des Umbruchs und der Verjüngung in der Mannschaft und verteilt die Verantwortung und die Bereitschaft diese zu übernehmen auf mehr Schultern als bisher.
Wir wünschen Inka alles Gute bei ihrem neuen Verein und eine erfolgreiche Fortsetzung ihrer Karriere!
Übrigens: der Vorstand hat beschlossen, Inka Grings dadurch eine besondere Ehrung zu Teil werden zu lassen, dass ihre Rückennummer 9 in der Mannschaft nie wieder neu vergeben werden soll.



