Anhand der Zahlen des Landesamtes für Statistik konnte die Duisburg-Marketing-Gesellschaft, DMG die Zahlen für die touristischen Übernachtungen in Duisburg für das erste Halbjahr 2011 präsentieren. Es fällt dabei auf, dass die Zahl der Übernachtungsgäste inm unserer Stadt gestiegen ist, aber dennoch die Zahl der Übernachtungen zurück gegangen ist. Wofür es bisher Erklärungsversuche, aber noch keine wirklichen Erklärungen gibt:
Halbjahresbilanz zu den Tourismuszahlen vorgelegt:
Mehr Gäste, weniger Übernachtungen
Mit der Vorlage der Übernachtungszahlen für den Monat Juni 2011 durch das
Landesamt für Statistik legt die Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG) eine
Halbjahresbilanz für das Jahr 2011 zur Entwicklung der Übernachtungssituation
in Duisburg im 1. Halbjahr 2011 vor.
Die Veränderungen im Juni (Zuwachs von Übernachtungsgästen um +1,8%,
Verringerung der Übernachtungen um -1,3%) spiegeln die Entwicklung des
ersten Halbjahres 2011 insgesamt wieder. Mehr Übernachtungsgäste in
Duisburg, jedoch weniger erzielte Übernachtungen lautet das Fazit der DMG. Auf
das gesamte erste Halbjahr bezogen bedeutet dies, dass 3,0% mehr
Übernachtungsgäste in Duisburg einer Verringerung der Übernachtungszahlen
um -5,9% gegenüber stehen. Die Ursache dieser gegensätzlichen Entwicklung ist
dabei nach Darstellung der DMG eindeutig eine wesentlich verringerte
Aufenthaltsdauer der Übernachtungsgäste in Duisburg gegenüber dem Vorjahr.
Die Gründe dieser Entwicklung bleiben in der Interpretation schwierig.
Uwe Gerste, Geschäftsführer der DMG: „Auf der einen Seite freut uns natürlich
die nochmals gegenüber dem Kulturhauptstadtjahr gestiegene Anzahl von
Übernachtungsgästen im ersten Halbjahr, andererseits betrübt uns der Rückgang
an getätigten Übernachtungen. Es ist nicht nachweisbar, ob die Verringerung der
Übernachtungsdauer der Gäste in Duisburg eher mit der Einführung der
Übernachtungsabgabe seit November 2010 im Zusammenhang steht oder der
Rückgang eine Normalisierung der Aufenthaltsdauer nach den gestiegenen
Übernachtungsdauern des Vorjahres darstellt. “
Im Vergleich der umliegenden Kommunen fällt auf, dass Nachbarstädte wie
Mülheim und Essen erkennbar an Übernachtungsgästen im ersten Halbjahr
verloren, jedoch bei den getätigten Übernachtungen ganz entgegengesetzt zu
Duisburg zulegten. Die durchschnittliche Übernachtungsdauer sowohl in Essen als
auch in Oberhausen sei jedoch mit durchschnittlich 0,3 Nächten pro Gast länger
als in Duisburg (Duisburg 1,9 Nächte; MH sowie Essen 2,2 Nächte), was bei
beiden Städten zu einer deutlichen Steigerung der tatsächlich erzielten
Übernachtungen führt.
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Einen Sonderfall in der Statistik stellt dabei die an Duisburg grenzende
Nachbarstadt Oberhausen dar. Dort wurden nicht nur 10 % mehr
Übernachtungsgäste erzielt, sondern aufgrund einer im Städtetourismus sehr
hohen durchschnittlichen Übernachtungsdauer von ebenfalls 2,2 Tagen ein
Übernachtungszuwachs von 61,3 % im 1. Halbjahr 2011 erreicht.
Die seit längerem in Oberhausen erzielte positive Entwicklung, die nach
Einführung der Übernachtungsabgabe in Duisburg nochmals eine starke Dynamik
erhalten hat, basiere jedoch ganz wesentlich auf der Schaffung zusätzlicher
moderner Übernachtungskapazitäten seit einigen Jahren, die auch der
Marktnachfrage nach hochwertiger, jedoch auch bezahlbarer
Übernachtungskapazität entspreche. Bereits Prof. Jürgen Schwark, der vor einiger
Zeit die Umwegrentabilität der großen Duisburger Veranstaltungsstätten
untersucht hat, hatte auf die völlig unterschiedliche Struktur der Hotellandschaft
in Duisburg und Oberhausen hingewiesen und auf die vorhandenen Potenziale
der Stadt Duisburg durch Schaffung einer für Duisburg angemessenen
Hotellandschaft hingewiesen. Uwe Gerste, Geschäftsführer der DMG sieht auch
in seinem Haus Beispiele aus dem ersten Halbjahr: „Es muss uns doch
nachdenklich machen, wenn eine große Produktionsgesellschaft über Wochen im
Theater am Marientor die Produktion „Rocky Horror Show“ probt und die
gesamte Cast in einem Oberhausener Hotel unterbringt, weil trotz anfallendem
Bus-Shuttle diese Variante kostengünstiger ausfällt. Und für solche Nachfrager,
die dann direkt eine vierstellige Anzahl an Übernachtungen buchen, bedeutet
jeder einzelne Euro je Übernachtung einen erheblichen Gesamtvorteil bzw.
Nachteil.“
Die Verantwortlichen der DMG sind sich deshalb sicher, dass bei einer
Ausweitung der Übernachtungskapazität in Duisburg durch die geplanten
Neubauten auch in Duisburg eine erhebliche Steigerung der Übernachtungen
erreicht werden könne. Denn nach wie vor seien die großen und marktgerechten
Duisburger Hotels innerhalb der Woche vielfach stark ausgelastet. Ein erster
Hoffnungsschimmer für die Vermarkter der DMG sei dabei die derzeit laufende
Erweiterung der verfügbaren Kapazität im zentral gelegenen Hotel Duisburger
Hof. Die mit dieser Maßnahme verknüpften Kapazitätserweiterungen würden mit
der Schaffung der von der Innenstadt Duisburg Entwicklungsgesellschaft
avisierten neuen Hotelprojekte zumindest mittelfristig den Boden bereiten, auch
über ein wachsendes Tagungs- und Kongressgeschäft in der Mercatorhalle
Duisburg zusätzliche Übernachtungen und die damit verbundenen
wirtschaftlichen Effekte für den Standort zu gewinnen



