Wir hatten bereits darüber berichtet, dass eines der deutschlandweit größten Public Private Partnership, PPP - Projekte im Bereich der Bildung in Duisburg mit dem Bau des neuen Berufskollegs realisiert worden ist. Nun teilt uns die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, GfW Duisburg etwas über die Präsentation dieses Projektes auf der Expo-Real in München mit.
Lesen Sie im nachfolgenden den Bericht und sehen und hören Sie Teil drei des exclusiven Interviews mit IMD Geschäftsführer Uwe Rohde zum Neubau in Duisburg Neudorf: (Teil 1 und Teil 2)
Neue Impulse zur Stadtteilentwicklung
Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung Duisburg-Mitte als Motor
Das Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung Duisburg- Mitte (ZBW) ist in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Als eines der bundesweit größten PPP-Bildungsprojekte bietet es Interessierten zeitgemäße Aus- und Weiterbildung und gibt obendrein neue Impulse zur Stadtteilentwicklung in Duisburg-Neudorf. Damit wurde ein Baufeld, das mehr als ein Jahrzehnt lang brach lag, einer zukunftsweisenden Nutzung zugeführt. Nunmehr befinden sich drei Schulen „unter einem Dach“: das Friedrich-Albert-Lange Berufskolleg, das Kaufmännische Berufskolleg Duisburg- Mitte und das Weiterbildungskolleg der Stadt Duisburg. Der Betrieb wird durch die Goldbeck Public Partner GmbH für 25 Jahre sichergestellt. Der Effizienzvorteil liegt bei sechs Prozent.
Vor exakt zwei Jahren setzten Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland
und Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter der Firma
Goldbeck, auf der Expo Real die letzten Unterschriften unter die PPPVerträge
zum Bau des neuen Schulzentrums. Am 14. Oktober 2011 wird die Immobilie feierlich eingeweiht werden. „Ich freue mich, dass die Planung und Errichtung des neuen Zentrums für Berufliche Bildung und Weiterbildung eine perfekte Punktlandung geworden ist und gratuliere der Firma Goldbeck zu dieser beeindruckende Leistung“, sagt Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland: „Nachdem wir diesen ersten Teil des Vertrages gemeinsam so gut umgesetzt haben, können wir mit Zuversicht den nächsten 25 Jahren entgegensehen.“
Der PPP-Vertrag zwischen der Stadt Duisburg und der Firma GOLDBECK
Public Partner GmbH umfasst die vollständige Planung, die schlüsselfertige
Bauausführung, die Finanzierung, die Bauunterhaltung und den Betrieb, das Catering, die Parkraumbewirtschaftung sowie die Übernahme des Energiemengenrisikos für die neue Bildungsstätte. Das Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung Duisburg-Mitte hat 55.900 Quadratmeter Bruttogrundfläche und ein Investitionsvolumen von rund 74 Millionen Euro brutto; damit handelt es sich deutschlandweit um eines der größte Schulprojekte; das Bewirtschaftungsvolumen beträgt abgezinst rund 48 Millionen Euro.
Im Vorfeld veranlasste das Immobilien-Management Duisburg (IMD) eine
Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse durch externe Berater. Diese
kam zu dem Ergebnis, dass die Stadt Duisburg wirtschaftlich besser fährt, wenn sie sich für ein PPP-Modell entscheidet. Gesagt, getan.
Städtebau, Architektur und Bau
Der Neubau entwickelt das vorhandene Areal zu einem funktionalen,
attraktiven und vielseitig nutzbaren Schulgelände. Zwei Baukörper sind durch
gläserne Brücken mit einander verbunden, so dass sie eine lichtdurchflutete
Magistrale bilden. Gläserne Luftkissen, wie die dort verbauten, erinnern an
die Allianz Arena in München. Die so kreierte Magistrale ist der zentrale
Treffpunkt und bildet das Forum der Schule. Im Norden des Baufelds
entstand ein Vorplatz, der sich langfristig zu einem zentralen Raum
entwickeln soll. Im Inneren öffnet sich der Komplex mit durchsichtigen
Fassaden zur Magistrale. Hier befindet sich der Haupteingang in die
Gesamtanlage. Neben dem Schulgebäude, parallel zur Magistrale, ist
eine großzügige Grünanlage vorgesehen, die zum Verweilen einlädt und
ebenfalls öffentlich zugänglich ist. „Das führt zu einem Austausch zwischen
den verschiedenen Akteuren: zwischen Lehrenden, Lernenden und der
Wohnbevölkerung. Grünflächen erhöhen die Verweildauer, fördern damit
mittelbar den ortsansässigen Einzelhandel und beleben atmosphärisch das
gesamte Quartier. Da der Hauptbahnhof in rund 800 Metern Entfernung liegt
und eine Straßenbahn sowie zwei Buslinien ‚vor der Türe‘ eine optimale
Anbindung gewährleisten, werden die Impulse des Berufskollegs auch auf
die Innenstadt ausstrahlen“, ist Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilien
Management Duisburg (IMD), überzeugt. Täglich werden schließlich rund
2.600 Schülerinnen und Schüler das Zentrum für Berufliche Bildung und
Weiterbildung Duisburg-Mitte besuchen. Die an den Schulen angemeldeten
jungen Menschen geben dem Stadtteil damit alsbald sein Gepräge. Durch die
Bündelung der Schulen an einem Standort konnten wesentliche Synergien
gehoben werden: Alle drei Schulen nutzen gemeinsam die Aula, die Mensa,
die Caféteria, die Medienräume und die Sporthalle. Auch kann die Aula als
multifunktionales Veranstaltungszentrum für orteilbezogene Veranstaltungen
aller Art genutzt werden; die Sporthalle sowie die Gymnastikräume stehen
den Duisburger Sportvereinen offen.
„Die Erfahrungen, die wir bislang mit dem PPP-Projekt gemacht haben,
sind durchweg positiv“, so Rohde. Nach Erteilung der Baugenehmigung
wurde der Gesamtkomplex innerhalb von nur 19 Monaten erreichtet und im
September 2011 an die Nutzer übergeben. „Durch den Einsatz vorgefertigter
Systembauelemente, die in unserem neuen Betonfertigteilwerk in Hamm
produziert wurden, wurde diese kurze Bauzeit überhaupt erst möglich“, betont
Dr. Andreas Iding, Prokurist der GOLDBECK Public Partner GmbH.
Nachhaltiges Energiekonzept
Das Energiekonzept ist darauf ausgelegt, ökologisch und sparsam mit
natürlichen Ressourcen umzugehen. So wird das Schulgebäude mit einer
Geothermieanlage nicht nur beheizt, sondern auch im Sommer gekühlt.
Da es sich um eine der größten Geothermieanlagen handelt, die es derzeit
in öffentlichen Gebäuden gibt, ist das Projekt auch unter diesem Aspekt
überaus vorzeigbar.
Realisierungsmodell und Finanzierung
„Das Forfaitisierungsmodell auf Basis eines Inhabermodells war die
richtige Finanzierung“, betont Rohde. Schließlich habe sich die Finanz- und
Wirtschaftskrise zum Zeitpunkt der Angebotsphase auf ihrem Höhepunkt
befunden. „Seither ist die Projektfinanzierung wirtschaftlich kaum darstellbar;
vermeintlich einfache Finanzierungsmodelle sind bei großvolumigen
Projekten daher von Vorteil“, so die Erfahrung des IMD-Chefs.



