Wer immer noch Zweifel an dem grossen Abwechslungsreichtum der donnerstäglichen plastikBAR im LehmbruckMuseum Duisburg hat, der bekommt am kommenden Donnerstag, 10.11.2011 ab 19:00 Uhr die Gelegenheit, diese ein für alle Mal zu beseitigen, denn dann steht eine Lesung mit Gesang auf der Agenda. Zepp Oberpichler wird aus seinem Roman "Gitarrenblut" nicht nur lesen, sondern auch singen. Also, nicht vergessen und am Donnerstag dabei sein, wenn es wieder heißt: MuseumStattKneipe!
plastikBAR im LehmbruckMuseum: Zepp Oberpichler liest und singt aus seinem Roman "Gitarrenblut" und anderen Arbeiten
Zepp Oberpichler kommt von "ganz unten". Ende der 60er Jahre wurde er in
einen grauen Hinterhof in Duisburg-Meiderich gespuckt und musste sich erst
einmal zurecht finden. Schnell bot Musik Orientierung: Alexandra sang ihm
von der "Sehnsucht", Lindenberg zeigte ihm den "Daumen im Wind", Sulke
fragte nicht nur Lotte "Wo gehen wir nun hin?" und Dylan hinterließ ihn
gänzlich "Tangled up in blue". Sein aktueller Roman "Gitarrenblut" nun
erzählt eine Entwicklungsgeschichte aus dem Ruhrpott, mit viel Rock 'n' Roll
im Blut, Blues im Sinn und Punk auf der Zunge. Grund genug, ihn für eine
musikalische Lesung zur plastikBAR ins LehmbruckMuseum einzuladen
Die Rockmusik der 60er bis 80er Jahre spielt in diesem Roman eine
Hauptrolle. Die andere spielt Will, der erweckt Gitarren zum Leben, liebt,
lacht, flennt. Und: Will blutet. Eine weinrote Gibson 335 plättet ihm die
Nase. Mit dem Blut läuft auch sein Leben vor ihm ab. Erste Berührung mit der
Live-Musik durch eine Hinterhof-Blues-Band. Erster Sex, erste Drogen, erster
Selbstmord. "Seine Janis" lässt ihn alleine zurück, allein auf diesem
beschissenen Planeten, in dieser beschissenen Zeit, in dieser beschissenen
Stadt. Fortan blutet Will für alle, auf der Bühne, an der Gitarre. Und
seiner Janis baut er einen Grabstein in Form einer Musikkassette, mit Songs,
von denen er annimmt, dass sie ihr hätten gefallen können. Ein Tape, dessen
Vollendung rund zehn Jahre braucht, von 15 bis 25, von "99 Luftballons" bis
"Smells like Teen Spirit".
Oberpichler liest nicht einfach nur, er begleitet seine Texte mit der
Gitarre, bettet sie auf Vinyl, kleidet sie in Schall. Er lässt die
Geschichte von Will erlebbar werden, spürt seinen inneren und äußeren
Konflikten nach, taumelt zwischen Bühneneuphorie und
Verlassenheits-Depression. Oberpichler liest, legt Platten auf, spielt
Gitarre, singt den Blues, den Punk und macht den Ostermarsch. Eine Lesung,
ein Gig, eine One-Man-Show. Anschließendes Tanzvergnügen nicht
ausgeschlossen.
Zum Autor: Mit 16 gründet Zepp Oberpichler montags seine erste Band und hat
freitags drauf sein erstes Konzert. 1988 formt er "Jimmy Keith & his Shocky
Horrors", Punkrock klassischer Johnny-Thunders-Schule mit einem guten Stück
Dave Edmunds, The Who und Kinks. Es folgen ganz viele eigene Songs, zwölf
eigene Tonträgerveröffentlichungen und noch mehr Konzerte. Zwischendurch
treibt er sich in den U.S.A. herum, um mit Punk und Indi-Heroen wie Jeff
Dahl, Golden Arms und Freddy Lynxx Platten aufzunehmen und zu touren. Erste
Berührungen mit der Schreibkunst bekommt er in der Schule bei diversen
Schülerzeitungen und ersten Fanzines. Ab Anfang der 80er Jahre schreibt er
Texte, Songs und Gedichte. Mitte der 80er Jahre gewinnt er den Duisburger
Nachwuchspreis für Lyrik. Von 1988 bis 1993 Studium Germanistik mit
Abschluss Magister. Ab 1994 selbstständig mit eigener Agentur. Oberpichler
schreibt regelmäßig für diverse Punkfanzines und hat inzwischen weit über
100 Songs mit verschiedenen Bands veröffentlicht.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, im Eintrittspreis von 8, ermäßigt 5
Euro, ist - wie bei der plastikBAR üblich - ein Begrüßungsgetränk enthalten.
Ausgewählte Ausstellungen im LehmbruckMuseum:
24. September 2011 bis 22. Januar 2012
100 Jahre Kniende
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9. Dezember 2011 bis 4. März 2012 (verschoben)
Leunora Salihu: JUNCTION
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8. Juli bis 27. November 2011 (verlängert)
Carl Emanuel Wolff
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Wir lieben unsere Sammlung...
... und Alberto Giacometti, Joseph Beuys



