Der Deutsche Indurstrie- und Handelskammertag, DIHK sieht die 2 jährigen Berufe als bei Jugendlichen beliebt an. Mehr als 26.000 Ausbildungsverträge wurden zwischen Jugendlichen und Unternehmen in diesem Sektor geschlossen. Damit stellt der DIHK einen Anstieg von 12% fest, gegenüber dem Anstieg von 3,5% bei den 3 jährigen Berufen im Bereich der IHK. Die aktuelle Pressemitteikung des DIHK dazu lautet wie folgt:
"DIHK: 2jährige Berufe bei Jugendlichen beliebt - 12 Prozent mehr Ausbildungsverträge
Die in den letzten Jahren neu geschaffenen 2jährigen Berufe stoßen auch 2011 auf großes Interesse bei eher praktisch begabten Jugendlichen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Insgesamt haben die Unternehmen in diesem Bereich über 26.000 neue Lehrverträge abgeschlossen. Das ist ein Plus von über 12 Prozent, während die Ausbildungsvertragszahlen insgesamt im IHK-Bereich um 3,5% zulegten.
Besonders stark gefragt waren Maschinen-und Anlagenführer, Industrieelektriker und Fachkraft für Kurier-, Express-und Postdienstleistungen. Bei diesen Berufen stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr erheblich an: beim Maschinen- und Anlagenführer beispielsweise um 75 Prozent. Zuwachs-Spitzenreiter ist der Industrieelektriker. Hier hat sich die Zahl der Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Die Berufe für praktische Begabte haben sich für Jugendliche und Unternehmen bewährt und sollten weiter ausgebaut werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, von der Wirtschaft vorgelegte neue Berufsvorschläge mit 2jähriger Ausbildungsdauer – wie beispielsweise dieFachkraft für Metalltechnik – umzusetzen. Damit könnte die Politik einenBeitrag zur Fachkräftesicherung leisten."
Dennoch sind die 2 jährigen Berufsausbildungen, die es zur Zeit in etwa 40 Berufen gibt und bei denen auf einen Teil der theortischen Ausbildung verzichtet wird, zu Gunsten des praktischen Ausbildungsteils, zwischen den Gewerkschaften und der Wirtschaft nicht unumstritten.
Hierzu heißt es in einer Veröffentlichung des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung, KWB aus Juli 2010:
2-jährige Ausbildungsberufe – Aktuelle Studie bestätigt Bedarf
Der Bedarf des Beschäftigungssystems ist entscheidend wenn es darum geht, einen neuen Beruf zu schaffen oder zu modernisieren. Insbesondere zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften gibt es aber unterschiedliche Auffassungen über 2-jährige Berufe. Eine aktuelle, vom BMWi in Auftrag gegebene
Untersuchung der 40 aktuell bestehenden 2-jährigen Ausbildungsberufe kann zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen: Hiernach sind Befürchtungen einer „Erosion der betrieblichen Ausbildungskultur“ und einer Verdrängung 3- und 3,5-jähriger Berufe unbegründet. Wirtschafts- und berufsbildungspolitische
Relevanz kommt insbesondere den 10 stärkstbesetzten 2-jährigen Ausbildungsberufen zu, die über 90% aller neuen Vertragsabschlüsse in diesem Ausbildungssegment registrieren. Moderne Ausbildungsordnungen und durchlässige Strukturen können die Attraktivität 2-jähriger Berufe erheblich steigern. Die Anrechnung von Ausbildungsinhalten und -zeiten bei Fortsetzung der Ausbildung in einem 3- jährigen Beruf sind ein wichtiges Kriterium für die Auszubildenden und erleichtern den Berufseinstieg.
Für Unternehmen bieten 2-jährige Berufe die Chance, passgenauer an ihrem Bedarf ausgerichtet ausbilden zu können und sich schwächeren Gruppen des Ausbildungsmarktes zuzuwenden. Die Ergebnisse lassen den klaren Schluss zu, dass eine hohe Arbeitsmarktverwertbarkeit einer 2-jährigen betrieblichen Ausbildung
bei 2-jährig ausbildenden Betrieben gegeben ist. Sie ist deutlich höher als die einer (formal höherwertigen) 3- jährigen außerbetrieblichen Ausbildung, die wiederum deutlich höher ist als die einer 2-jährigen außerbetrieblichen Ausbildung.
Endbericht: www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=348968.html



