Theater, Philharmonie und Orgel hautnah
Man fühlt sich irgendwie an einen alten Werbespruch erinnert: Theater, Ballet und Philharmonie – das sind ja gleich drei Dinge auf einmal. Also das geht nun wirklich nicht. – Wirklich nicht? Das erste Spielzeiteröffnungsfest bewies das Gegenteil, denn alle drei Kultureinrichtungen der Stadt öffneten ihre Türen und ließen die Besucher auch hinter die Kulissen schauen.
Normalerweise ist der Orchesterprobensaal ja ein Ort, an dem die Musiker konzentriert auf die Anweisungen des Dirigenten hören. An diesem Tag aber hatten sie ihren Platz für die Kinder geräumt. “Alle Mann an Bord” war das Motto des Tages und es begann mit der “Reise nach Rio”, die Darsteller: Der neugegründete Kinderchor der Duisburger Philharmoniker. Die Texte stammen aus der Feder von James Krüss, bekanntgeworden ist er mit dem Buch über den Jungen, der sein Lachen verkaufte – Timm Thaler. In der letzten Saison erlebte man den “Rätselzoo” aus seiner Feder bei uns und auch die Texte für die “Die Reise nach Rio” stammen aus seiner Feder. Die gar nicht so einfach sind – die Erwachsenen wurden bei der Darbietung nämlich interaktiv eingebunden. Fragende Gesichter bei dem Text eines Liedes: Hieß das jetzt wirklich tschumfidelbum plumfideldum? Fragende Gesichter bei den Erwachsenen.
Runter von den Sitzkissen! Keine Müdigkeit vorschützen: “Reck an Deck” forderte die Kinder heraus, eine Situation als lebendiges Dia darzustellen. Gar nicht so einfach bei Motti wie den folgenden: “Gekenterte Matrosen wagen sich auf eine Insel und plötzlich erscheinen Menschenfresser.” Noch schwieriger: “Sehen – Zeigen”. Ein Team aus Vorder- und Hintermann musste zu einer Geschichte die passenden Gesten und Gesichtsausdrücke zeigen. Klingt einfach. Wenn der Hintermann nicht die Rolle der Hände übernehmen müsste und der Vordermann die Gesichtsausdrücke. Das zu koordinieren ist durchaus eine Herausforderung.
Bisher hatte unsere Theaterpädagogin Dr. Barbara Volkwein die Zügel fest in der Hand. Dies übergab sie dann aber die Leiterin des Kinderchores, Frau Karoline Phillipi. Sie zeigte und erklärte den Kindern wie sich Sänger vor dem Auftritt aufwärmen. Anschließend ging es dann ans Theater. Mit “Entern / Kentern” vermittelte die Theaterpädagogin Britta Fehlberg den ganz Kleinen und nicht mehr so Kleinen was Schauspieler so alles vor ihrem Auftritt tun.
Natürlich waren die zahlreich erschienenen Besucher auf eines gespannt: Auf ihre Majestät, unsere neue Orgel. Wie Majestäten nun mal so sind war sie allerdings heute noch etwas verstimmt und wollte mit keinem ein Wort wechseln. Noch bis zum November dauern die Arbeiten des Stimmens und Intonierens an. Erst dann wird ihre Majestät belieben mit uns zu sprechen. Dafür haben wir allerdings eine kleine Entschädigung. Marcus Strümpe, Kantor der Salvatorkirche in Duisburg, erklärt was die neue Orgel ausmacht. Und am Schluss des Videos gibt es dann doch einige Töne zu hören – vom Orgelpositiv, dass als Majordomus die Majestät vertrat.
Für das abschließende Konzert unseres Orchesters mit den Sängern und Sängerinnen der Deutschen Oper am Rhein hätten wir glatt anbauen können. So groß war das Interesse, dass schließlich einige Zuschauer an der Seite standen. Axel Kober dirigierte unsere Musiker und hatte vorher einen Dirigentenwettbewerb geleitet. Sein Angebot dort: Wem der Kurs gefallen hatte, konnte seinen Namen in eine Wahlurne geben. Auf der Bühne wurden dann zum Schluss des Konzertes drei Kandidaten ausgelost, die dann den Takt angaben. Und unsere Musiker achteten wie bei einem richtigen Dirigenten ganz genau auf das, was die Drei da taten. Sie schlugen sich allerdings – mit Unterstützung von Axel Kober – gut bis ausgezeichnet. Demnächst hat Axel Kober den kleinen Maurice an seiner Seite, der das Publikum im Theater für sich gewinnen konnte. Zumindest für eine Probe wird Maurice der Assistent von Herrn Kober sein.
Ein rundum gelungener Tag liegt hinter dem Webteam und wir würden uns freuen, wenn Sie noch mehr Lust an der Klassik durch die ganzen Aktionen gefunden haben. Wir hoffen auch, dass sich ein kleiner Teil der Magie, die wir immer wieder mit den Musikern erleben dürfen auch auf sie übertragen hat. Denn die kann man leider nicht in Worte fassen.
Weitere Infos unter: www.dacapo-dp.de



