Neugier ist die erste Voraussetzung für Kreativität. Dies fanden auch die über 150 Gäste aus Mittelstand und Industrie, die sich am 18. Mai vom Können der heimischen Kreativwirtschaft überzeugten. Auf der Bühne standen Akteure aus den elf Teilbranchen von der Architektur über Design bis zur Bildhauerei. Individuelle Arbeitsproben der Kreativen und spontane Statements prägten das ungewöhnliche Programm. „Die Creative Stage ist ausdrücklich keine aalglatt inszenierte Werbeveranstaltung und folgt auch keinem Wettbewerbsgedanken. Hier zeigen Kreative das, was sie treibt und bewegt und erst danach, was man bei ihnen kaufen kann. Authentisches steht hoch im Kurs beim Publikum.“, sagt Susanne Kirches, die Ansprechpartnerin für Kreativwirtschaft bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg).
Das Konzept prägte auch die Stimmung im Publikum. In den Pausen konnten die Nachfragen persönlich und an Ort und Stelle beantwortet werden – echtes Netzwerken eben, und das regionsweit von Wesel bis Dortmund. Das Unternehmerpublikum aus PR- und Marketingprofis sowie den Kreativ-Branchen überraschte die Veranstalterin GFW Duisburg mit einem Ort, dessen Flair man sonst nicht erleben kann: Den alten Betsaal der niederländischen Gemeinde im Eigentum der Franz Haniel & Cie GmbH kennen selbst viele Ruhrorter nicht.
„Tolles Konzept! Beim nächsten Mal bringe ich noch Kreativ-Kollegen mit.“ lobte Martin Menkhaus von der h2m Kommunikations-Agentur und Antje Felscher von der Textwerkstatt aus Düsseldorf überzeugte die gut überlegte Dramaturgie des Abends: „Mir hat es sehr gut gefallen, die einzelnen Beiträge, die Zusammenstellung und Moderation sowie die Kommunikationsplattform vor und nach der Veranstaltung. Da kommt was bei rum – Chapeau.“
Die Vortragenden selber kamen aus Duisburg, dem Kreis Wesel, Bochum, Dortmund und Essen. Angekündigt von Moderator Sascha Devigne von Studio 47 - Stadtfernsehen präsentierten sie in Acht-Minuten-Beiträgen ihre Ideen auf sehr unterschiedliche Art. Produktdesigner, Filmemacher, eine Märchenerzählerin und ein Fotograf waren dabei, außerdem die spanischsprachige Popband „A solas sin mi“ und ein Buchautor, der mit britischem Humor über absurdes Marketing-Englisch sprach. Die Impulse reichten im Möbeldesign bis zum stylishen Hundenapf, in der Industriearchitektur sahen die Zuschauer, wie man die LKW-Pforte auf dem Gelände eines führenden europäischen Süßwarenherstellers im Look einer Pralinenschachtel plant. Dem Boxweltmeister Felix Sturm begegnete das Publikum in den TV-Dokus der Duisburger B8 Film- und Fernsehproduktion für SAT1. Neben Imagefilmen zum Beispiel für das Seehaus an der Duisburger Regattabahn zeigte B8 den Teaser zum nächsten Spielfilmprojekt in Eigenregie.
Wie die Kreativ-Branche sich weiterbilden und vernetzen kann, regte Christof Schreckenberg als NRW-Vertreter des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung an. Er und seine Kollegen vergeben demnächst die Auszeichnung „Kultur und Kreativpiloten Deutschland 2011“.
Nähere Informationen zu Creative Stage Ruhr und den weiteren Terminen in 2011 finden sich auf der gemeinsamen Website der Wirtschaftsförderungen Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und der Metropole Ruhr:



