Erst 16 Jahre und auf dem Weg zur Stammspielerin beim Double Sieger
Es ist gerade einmal 5 Monate her, da spielte Luisa Wensing noch in der U17 des FCR 01 Duisburg und da könnte sie aufgrund ihres Alters auch noch weiterhin spielen. Doch das war nicht der Plan des Duisburger Erfolgsvereins, der sah vor, Lulle , wie die junge Rechtsverteidigerin von jedermann genannt wird, zusammen mit den meisten anderen ehemaligen Spielerinnen der Deutschen U17-Vizemeistermannschaft in der laufenden Saison in der 2. Mannschaft der Duisburger Löwinnen spielen zu lassen, um so die nötige Erfahrung für den weiteren Werdegang im Frauenfussball sammeln zu können. Das tat sie zunächst auch und war dort die gleiche zuverlässige Größe in der Abwehr wie bereits in der abgelaufenen Saison bei den B-Juniorinnen. In der Vorbereitungszeit trainierte sie ab und an bereits in der ersten Mannschaft mit und kam bei dem einen oder anderen Vorbereitungsspiel auch schon mal zu Einsätzen.
Am 17.10.2009 erster Einsatz in der Frauenfussball Bundesliga vs Turbine Potsdam
Doch der Plan änderte sich, als Martina Voss-Tecklenburg, die Cheftrainerin des FCR 01 Duisburg feststellen musste, dass die Abwehr der ersten Mannschaft mit den beiden Neuzugängen Marina Himmighofen und Lena Wermelt noch nicht die notwendige Sicherheit hatte, die sie noch mit Sonja Fuss in der vergangenen Spielzeit selbstverständlich gehabt hatte. Auch Marith Priessen und Elena Hauer brachten nicht die erwünscht konstanten Leistungen und so kam Trainer-Füchsin Voss-Tecklenburg auf die Idee, ausgerechnet im Spitzenspiel der Frauenfussball Bundesliga Luisa Wensing, die U16 Nationalspielerin einzuwechseln und damit etwas ganz Neues im Bereich der Verteidigung ihrer Mannschaft auszuprobieren. Lulle, war schrecklich von Lampenfieber geplagt, aber das war wie verflogen, als sie auf dem Platz stand und brachte gleich eine absolut routinierte und sichere Leistung bei ihrem Debut. Nach dem Spiel sagte Martina Voss-Tecklenburg auf der Pressekonferenz: "Wenn eine 16jährige in der Lage ist, den nötigen Druck auf die Mitspielerinnen auszuüben, dann lasse ich sie spielen. Bei mir zählt nicht das Alter sondern ausschließlich die Leistung."
Seitdem alle Spiele von Beginn an
Und die Leistung stimmte und das führte dazu, dass Luisa Wensing, die noch vor kurzer Zeit beim U17 Länderpokal in der Sportschule in Duisburg Wedau von den versammelten Verbands- und Bundestrainern zur Spielerin des Turniers gewählt worden war, seit dem einen Stammplatz in der ersten Mannschaft des FCR 01 Duisburg innehat und nicht nur in den drei weiteren Bundesligaspielen gegen Frankfurt, Neuenahr und Wolfsburg in die Stammformation rückte, sondern auch in den beiden Champions League Spielen gegen Linköpings FC zur Stammspielerin avancierte. Dabei erledigte sie sämtliche Aufgaben, die ihr zugedacht waren mit Bravour. Das bisherige Sahnehäubchen gab es dann im DFB Pokal Achtelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen in der BayArena, als Luisa Wensing ihr erstes Tor in der Duisburger Vorzeigemannschaft per Kopfball erzielen konnte und das hat ihr wahrlich jeder von Herzen gegönnt (okay - die Leverkusenerinnen und ihre Anhängerschaft wahrscheinlich nicht).
Keine Gefahr abzuheben
Luisa Wensing, Lulle, die sich mir, als ich sie vor einen halben Jahr kennenlernte mit den Worten: "ich bin hier der Pausenclown in der Mannschaft" vorstellte, ist mit Sicherheit eines der herausragenden Talente im deutschen Frauenfussball. Sie arbeitet viel und hart, aber ist auch jederzeit zu einem Spass bereit. Fussball ist für sie Freude und sie hat das Zeug, es noch sehr weit zu bringen, aber das Schöne daran, mit Martina Voss-Tecklenburg und dem übrigen Betreuerstab des FCR 01 Duisburg hat sie die richtigen Förderer um sich, die sie nicht "verheizen" werden, sondern sie weiterhin behutsam aufbauen und sich entwickeln lassen werden. Mit Lulle wird der Frauenfussball noch viel Freude haben.



