Nur 1:1 Unentschieden gegen Aufsteiger Saarbrücken trotz drückender Überlegenheit
Für die Spielerinnen von Saarbrückens Trainer Stephan Fröhlich war es nach dem Abpfiff "als hätten sie die Weltmeisterschaft gewonnen" - so zumindest lautete das Zitat eines Aufsichtsratsmitgliedes des FCR 01 Duisburg, denn sie freuten sich so sehr über das abgetrotzte Remis gegen den Double Sieger aus Duisburg. Dabei war dieser doppelte Punktverlust, wenn man es aus Duisburger Sicht betrachtet, absolut unnötig und wird beim unmittelbaren Meisterschaftskonkurrenten in Potsdam sicherlich für große Freude gesorgt haben, denn die Turbinen haben dadurch morgen die unerwartete Chance die Tabellenführung in der Frauenfussball Bundesliga zu erringen, allerdings müssen sie dazu am Sonntag erst einmal einen Sieg gegen den 7-fachen Deutschen Meister 1. FFC Frankfurt schaffen.
Es begann mit der erwarteten Duisburger Dominanz
Auf dem Platz begann zunächst alles wie erwartet, die Duisburger Löwinnen erspielten sich schnell eine deutliche optische Überlegenheit gegen den Aufsteiger, aber es gelang ihnen nicht, zwingende Chancen herauszuspielen und auch die Abstimmungen zwischen den einzelnen Spielerinnen wirkten lange nicht so flüssig wie gewohnt. Dann kam es in der 33. Minute so, wie es in solchen Situationen oft kommt, Saarbrücken erspielt sich eine Chance und der bisherige Spielverlauf wird auf den Kopf gestellt. Cythia Uwak trifft gegen die chancenlose Ursula Holl zur völlig überraschenden 0:1 Führung für die Gäste aus dem Saarland. Es dauerte nur etwa 3 Minuten, da hätte Duisburgs Kapitänin Inka Grings bereits wieder für den Gleichstand sorgen können, als sie per Kopf knapp am gegnerischen Tor vorbei zielte und damit die erste klare Tormöglichkeit der Duisburgerinnen vergab. Und so ging es dann vor der enttäuschenden Kulisse von nur 798 Zuschauern im PCC Stadion in Duisburg - Homberg weiter. Die Spielerinnen vom FCR 01 Duisburg entfesselten einen wahren Sturmlauf auf das Gehäuse von Saarbrückens Keeperin Barbara Legrand, scheiterten aber an der sehr präsenten Torhüterin oder teilweise am eigenen Unvermögen an diesem Tag.
Ausgleich durch Grings in der 74. Minute durch Foulelfmeter
Endlich, in der 74. Minute war es dann so weit, Alexandra Popp dringt in den gegnerischen Strafraum ein und wird von Saarbrückens Ann-Katrin Schinkel von den Beinen geholt und Inka Grings verwandelt den fälligen Strafstoss sicher zum 1:1 Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt nicht nur überfällig, sondern auch mehr als verdient war.
Fragwürdige Schiedsrichterleistung
Kurz darauf hätte es einen weiteren Elfmeterpfiff geben müssen, als Turid Knaak auf der anderen Seite des Strafraums ebenso unsanft und regelwidrig zu Fall gebracht wurde, doch dieses Mal blieb der Pfiff der in der Partie teilweise völlig überfordert wirkenden Unparteiischen Moiken Reichert aus Worms aus. Im Vorfeld gab es bereits verschiedene Umstrittene Abseitsentscheidungen, die die eigentlich klaren Abseitsregeln auf die oft zitierte Formel: "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeifft" reduzieren liessen. So war z.B. auch die Aberkennung des 2:1 durch Simone Laudehr eine fragwürdige Entscheidung, aber völlig kurios war die gelb-rote Karte gegen Duisburgs Goalgetterin Inka Grings, die Duisburgs Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit den Worten: Ich kann da Inka überhaupt keinen Vorwurf machen, weder hat sie die Schiedsrichterin beleidigt, noch sich unangemessen verhalten. Sie hat als Spielführerin einige Entscheidungen reklamiert - wenn man das nicht mehr darf...?"
"Ergebnis entspricht nicht unseren Ansprüchen"
Letztlich stellte Martina Voss Tecklenburg fest: "Das Ergebnis entspricht nicht unseren Ansprüchen, wir haben 2 Punkte verloren, doch wenn es eine Lehre ust, dann ist das Okay!" Denn trotz allem Ärger über die Unparteiischen steht fest: die Punkte hat die Mannschaft verloren, nicht etwa, weil der Gegner unterschätzt worden wäre, sondern vielmehr, weil die Löwinnen heute weit unter ihren Möglichkeiten blieben und wieder einmal ihre zahlreichen Möglichkeiten nicht effektiv nutzen konnte. Doch bekanntermaßen sind die jungen Frauen sehr lernfähig, also vielleicht eine Warnung zur rechten Zeit. Nächste Woche in Freiburg wird das schon wieder ganz anders aussehen.



