Das war ein siegreiches Wochenende für die beiden Bundesliga-Teams des FCR 01 Duisburg. Die erste Mannschaft spielte in ihrem viertletzten Bundesligaspiel in der laufenden Saison beim 1. FC Saarbrücken und erledigte dort ihre Pflichtaufgabe souverän und verdient mit einem überzeugenden 6:0 Sieg. Die zweite Mannschaft siegte ebenfalls, aber lieferte gleichzeitig eines der kuriosesten Spiele, das man zumindest seit langer Zeit sehen konnte. Das Ergebnis gegen Bayern Münchens Zweite lautete 7:5 (6:4).
Die Reise nach Saarbrücken hatte sich für das Team von Cheftrainerin Martina Voss-Tecklenburg rundum gelohnt. Mit dem Sieg konnte der 2. Tabellenplatz, der zur Qualifikation für die Champions League auch in der kommenden Spielzeit unabdingbar ist, gefestigt werden und Mittelstürmerin Inka Grings konnte endlich ihre Torflaute beenden. Bereits in der ersten Spielminute erzielte sie den Führungstreffer zum 1:0 und nur 6 Minuten später konnte sie auf 2:0 erhöhen. Noch vor der Halbzeit gelang Turid Knaak in der 31. Minute das 3:0 und in der 38. Minute war es die Belgierin Femke Maes, die den Pausenstand von 4:0 herstellte. Das halbe Dutzend machte dann in der 64. Minute und in der 87. Minute die Japanerin in Reihen der Duisburger Löwinnen, Kozue Ando komplett und damit auch den Endstand.
Die Schützenhilfe von Potsdam blieb aus
Am Samstag hatte es Marco Ketelaer noch zum Ausdruck gebracht, man wolle sich nicht auf die Schützenhilfe aus Potsdam verlassen und das war auch gut so, denn die Potsdamerinnen verloren völlig unerwartet das erste Bundesligaspiel in der laufenden Spielzeit ausgerechnet gegen den Duisburger Konkurrenten um den 2. Tabellenplatz, den 1. FFC Frankfurt mit 2:1. Damit konnten sie die vorzeitige Meisterschaft nicht klar machen und gaben den Hessinnen gleichzeitig die Möglichkeit an den Duisburgerinnen dran zu bleiben.
Die Zweite des FCR siegt mit 7:5, in Hälfte eins fielen allein 10 Tore
Das Spiel der zweiten Mannschaft gegen die Reserve des FC Bayern München in der 2. Frauenfussball Bundesliga schien zunächst völlig normal zu verlaufen. Nach 4 Spielminuten traf Ana Cristina Oliveira Leite zur 1:0 Führung für die Duisburgerinnen. Doch bereits 2 Minuten später wankte die Abwehr der Löwinnen zum ersten Mal, als der Kapitänin der Bayern Christina Eckmann zum 1:1 Aufleich traf.Es dauerte fast 15 Minuten, bis sich die Spielerinnen von Petra Hauser wieder sortiert hatten und es schien, als würden sie zwischen der 20. und der 25. Minute endgültig auf die Siegerstraße gelangen. Denn dann fielen im Minutentakt die Treffer zum 2:1, erneut durch Ana-Cristina Oliveira Leite, das 3:1 und das 4:1 durch Valentina Oppedisano (ein Treffer davon brachte ihr von den Gegenspielerinnen den Spitznamen Maradona ein, denn sie hatte ihn unter aktiver zur Hilfe nahme der Hand erzielt, allerdings sah die Schiedsrichterin dies nicht) und Eunice Beckmann traf dann zum 5:1. Doch wer nun gedacht hatte, die 4 Treffer Vorsprung würden zu einem komfortablen Sieg führen, der sah sich getäuscht, denn bis zur Halbzeit glänzte die gesamte Abwehr der Duisburger Löwinnen drei Mal durch komplette Abwesenheit (zumindest sahen sie den Münchenerinnen bei deren Aktionen nur zu) und so gelang den Gästen aus der bayerischen Landeshauptstadt in Folge zunächst das 5:2 durch Magdalena Mayr und kurz darauf das 5:3 durch die Spielerin Hartmannsegger. Der Angriff der Duisburgerinnen tat sein möglichstes und so gelang durch Baba Müller der Treffer zum 6:3, aber kurz vor dem Halbzeitpfiff war es erneut Christina Eckmann, die auf 6:4 verkürzte.
Petra Hauser platzte in der Halbzeit fast der Kragen
Die Trainerin der Duisburger Zweitvertretung ist normalerweise einer der ruhigsten Zeitgenossinnen, die man sich vorstellen kann, aber in der Pause platzte ihr fast der Kragen, wie sie nach dem Spiel selber, immer noch völlig sauer, sagte. Ihre Frage an die Verteidigung war eindeutig: "Wie viele Tore sollen die Stürmerinnen denn noch schießen, um eure Fehler dahinten auszugleichen?". Das brachte zumindest insofern einen Effekt als das in der zweiten Hälfte nur noch zwei Treffer fielen, in der 59. Minute verkürzte München auf 6:5 und in der 86. Minute war es Valentina Oppedisano, die mit ihrem 3 Treffer des Tages den Endstand von 7:5 herstellte. Danach war Petra Hauser froh, dass das Spiel zu Ende war, aber wollte sich eigentlich zu nichts mehr äußern, so bedient war sie von der Leistung ihrer Mannschaft. Nur noch so viel: "Noch schlimmer als die Abwehrleistungen war das, was beide Torhüterinnen anzubieten hatten. Die Münchenerin, so Hauser weiter hatte ihre gute Szene in der 90. Minute und 5 Minuten zuvor hatte Lisa Klos ihre einzige gute Aktion".
Sommerfussball und ein Sieg der zählt
Doch egal, was zählt ist letztendlich der Sieg für den FCR, der trotz dieses Sommerfussballs drei Punkte gebracht hat und die Saisonbilanz noch weiter verbessert und auch wenn dieses Spiel vielen Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben wird, ist dies für die Punkteausbeute letztlich irrelevant. Allerdings eines sollte man im Hinterkopf behalten, sollte die Mannschaft mit einer genauso desolaten Abwehrleistung wie am heutigen Tag im letzten Heimspiel am 09.05.2010 gegen Köln auftreten, dann könnte das zu einem Desaster werden. Doch so etwas dürfte sich wohl nicht wiederholen, denn wie wir wissen kann die Mannschaft das eindeutig besser.



