Diese Reiseunterbrechung auf dem Weg nach Berlin, gestern in Osnabrück, hat sich gelohnt. Wie anders war dieses erste von mir gesehene Spiel des MSV Duisburg in der Saison als in den letzten beiden Jahren. Nicht wegen des 3:1-Sieges im Gegensatz zu den Heimspiel-Unentschieden dieser Vergangenheit. Damals waren bei diesen Unentschieden vom MSV Duisburg auch schon mit die besten Saisonleistungen gezeigt worden. Wir sahen damals gelingendes Zusammenspiel und ansprechende Spielzüge. Es reichte nicht für Siege. Dann mussten wir aber erleben, dass diese spielerische Qualität nicht gefestigt werden konnte, geschweige denn verbessert. Gestern haben wir mit Sicherheit noch nicht die beste Saisonleistung gesehen, und das wissen die Spieler auch. Was im Laufe der Saison bei der Entwicklung des Spielvermögens der Mannschaft eine ganz andere Dynamik möglich machen könnte.
Auch wenn der Sieg meinem Tipp entsprach, wirklich daran geglaubt hatte ich vorher nicht. Ich habe einfach bessere Laune, wenn ich vor dem Spiel Siege erwarte. Die erste halbe Stunde habe ich das Spiel ganz ausgeglichen gesehen im Gegensatz zum Journalisten des Sportinformationsdienstes, dessen Text sowohl die Rheinische Post als auch der Kicker aufgenommen haben. „Feldvorteile“ Osnabrücks stimmt meiner Meinung nach nicht. Nur in der Viertelstunde Spielzeit nach dem Ausgleich entstand bis zur Halbzeitpause der Eindruck, das Spiel des MSV Duisburg wäre aus dem Tritt geraten. Da klappte der Spielaufbau überhaupt nicht mehr. Vorher hatte man erkennen können, wie die Angriffe gedacht sind. Vollendet mit Torgefahr wurden sie meist noch nicht. Aber deutlich war das Potential zu erkennen im Zusammenspiel von Stefan Maierhofer und Srdjan Baljak und den jeweiligen Mitspielern, die über die Außenbahnen kommen.
Die Defensive steht schon gut, und gerade die Innenverteidigung mit Bruno Soares und Daniel Reiche wirkt abgeklärt und ruhig. Julian Koch ist tatsächlich eine große Verstärkung für die Mannschaft, auch wenn er gestern nicht fehlerlos gespielt hat und damit meine ich nicht, dass ihm der Ball unglücklich gegen die Hand sprang. Die Fehler passieren ihm im Spiel nach vorne. Wenn er den Ball an der Mittellinie verliert, werden bessere Mannschaften als der VfL Osnabrück daraus ihre Tore machen. Aber ich bin sicher, das wird sich mit mehr Erfahrung legen. Das muss man nämlich auch sagen, oft torgefährlich waren die Osnabrücker nicht.
Ivo Grlic, den „wertvollen Oldie“, werden wir in dieser Saison wahrscheinlich noch ein wenig öfter mehr als Spieler denn als Funktionär sehen. Ich sage mal Funktionär, denn die offizielle Bezeichnung habe ich vergessen. Zum Nachschlagen habe ich jetzt ebenso keine Zeit mehr wie zu weiteren Spielerkommentaren. Berlin wartet. Mehr auf meinen Sohn als auf mich. Gestern war es umgekehrt, da hat die Habe-ich-ohnehin-vergessen-Arena in Osnabrück mehr auf mich als auf ihn gewartet. Was mir immer mal wieder über die MSV-Tradition in meiner Familie zu denken gibt. Das aber ist eine längere Geschichte, die hier nichts zu suchen hat.
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